Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Knödelwerfer und Dürer-Hasen aus
Franz-Peter SchachtWenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Knödelwerfer und Dürer-Hasen aus
Mehrere bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch regionale Kultursymbole
Die Umstellung erfolgt nach positiver Resonanz der Bürger – doch unter Behörden bleibt die Debatte um die Verkehrssicherheit umstritten.
Von knödelwerfenden Frauen bis zu Werken berühmter Künstler: Die thematischen Ampelfiguren verbreiten sich in der Region – jede mit ihrer eigenen Geschichte.
In Deggendorf zeigt eine Fußgängerampel nun eine Frau, die einen Knödel wirft. Straubing hingegen präsentiert den "Bruder Straubinger", eine lokale Identifikationsfigur, während Dachaus Ampeln in traditioneller bayerischer Tracht gekleidet sind. München hat drei "Pumuckl"-Ampeln aufgestellt, und in Augsburg taucht die Kasperl-Figur in der Nähe des Theaters auf – allerdings bleibt zur Verdeutlichung die klassische rote Silhouette erhalten.
Nürnbergs Fußgängerampel ziert Albrecht Dürers "Feldhase" und verbindet so Kunst mit Alltagsinfrastruktur. Hof wird bald seinen ikonischen Würstchenverkäufer, den "Wärschtlamo", einführen – nachdem der Vorschlag zunächst abgelehnt worden war. Die SPD-Fraktion der Stadt übernahm die Kosten von 3.000 Euro, um das Projekt zu realisieren.
Das bayerische Innenministerium lehnt die kreativen Entwürfe ab und betont, dass standardisierte Symbole für Sicherheit und sofortige Erkennbarkeit sorgen. Die Städte interpretieren die Vorschriften jedoch unterschiedlich. Das Straßenverkehrsgesetz und seine Richtlinien lassen Spielraum für lokale Gestaltungsfreiheit.
Dachau plant, weitere thematische Ampeln aufzustellen, nachdem die Bürger positiv reagiert haben. Bisher gab die Stadt 300 Euro für Schablonen und einen Grafikdesigner aus. Andere Kommunen könnten folgen, wenn die öffentliche Unterstützung weiterwächst.
Trotz Vorbehalten der Behörden verbreiten sich die kulturell geprägten Ampeln in Bayern. Städte wie Dachau, Hof und Nürnberg haben bereits lokale Motive eingeführt – und es könnten noch mehr hinzukommen.
Während das Ministerium die Sicherheit betont, scheinen die Bürger die kulturelle Note zu schätzen – und verwandeln alltägliche Fußgängerüberwege in kleine Feiern der regionalen Identität.






