Bayerns Wasserstoff-Milliarden versickern: Warum Fördergelder ungenutzt bleiben
Franz-Peter SchachtBayerns Wasserstoff-Milliarden versickern: Warum Fördergelder ungenutzt bleiben
Bayerns Wasserstoff-Offensive steckt in der Krise: Millionen ungenutzt – Kritiker sprechen von verschwendeten Steuergeldern
Die Bemühungen Bayerns, Wasserstoff als Energieträger der Zukunft zu etablieren, haben schwere Rückschläge erlitten. Große Teile der bereitgestellten Fördergelder blieben ungenutzt, während Kritiker nun infrage stellen, ob die Investitionen des Freistaats in Projekte mit geringer Nachfrage verschwendet wurden. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass bis 2025 nur ein Bruchteil der vorgesehenen Mittel ihr Ziel erreichte.
Die Staatsregierung hatte zwischen 2018 und 2025 insgesamt 61 Millionen Euro für den Bau von Wasserstofftankstellen bereitgestellt. Doch tatsächlich flossen nur 16,3 Millionen Euro – weitere 9 Millionen mussten zurückgegeben werden, nachdem geplante Standorte nicht realisiert wurden. Ein Programm zum Aufbau von 100 Tankstellen brachte es gerade einmal auf 20 Stationen, bevor es auslief.
Auch bei den Fördergeldern für Elektrolyseure blieb die Bilanz mau. Obwohl für 2024 und 2025 fast 120 Millionen Euro eingeplant waren, wurden lediglich 4,1 Millionen ausgezahlt. Dagegen waren von den 142 Millionen Euro für die allgemeine Energieforschung bis Ende 2025 immerhin mehr als die Hälfte aufgebraucht.
Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler machten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) für das Missmanagement verantwortlich. Die Steuergelder seien in Projekte geflossen, die kaum Nachfrage fanden, kritisierten sie. Energieexperten ergänzten, dass Wasserstoff für Heizungen oder den Verkehr nach wie vor zu teuer sei, um sich flächendeckend durchzusetzen.
Trotz dieser Probleme treibt die Bundesregierung weiterhin den Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes voran. Dieser konzentriert sich jedoch vor allem auf industrielle Abnehmer – nicht auf Verbraucheranwendungen. Zudem bleibt Deutschland bei der Versorgung weiterhin auf Importe angewiesen, ähnlich wie derzeit bei Erdgas.
Die Erkenntnisse offenbaren eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der bayerischen Wasserstoffstrategie. Aufgrund schwacher Nachfrage und hoher Kosten kamen viele Vorhaben nie über die Planungsphase hinaus. Nun steht der Freistaat vor der Frage, wie die ungenutzten Mittel umgeschichtet oder die Energieprioritäten neu justiert werden können.






