BGL fordert schärfere Kontrolle über marode Schieneninfrastruktur nach GSM-R-Panne
Claire MühleBGL fordert schärfere Kontrolle über marode Schieneninfrastruktur nach GSM-R-Panne
Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) fordert eine stärkere staatliche Aufsicht über die Schieneninfrastruktur in Deutschland. Dieser Appell erfolgt vor dem Hintergrund wiederholter Störungen, darunter ein bundesweiter Ausfall des GSM-R-Funknetzes der Bahn. Der Verband warnt, dass diese Probleme zu schwerwiegenden betrieblichen Chaoszuständen im Güterverkehr führen.
Ein flächendeckender Ausfall des GSM-R-Systems hat kürzlich die tiefgreifenden Defizite im deutschen Schienennetz offenbart. Während der Störung fehlten nach Angaben der Branche funktionierende Notfallprotokolle, was die Auswirkungen auf den Güterverkehr weiter verschärfte.
Als weiteres Beispiel für strukturelle Schwächen nannte der Verband die mehrtägigen Betriebsstörungen rund um Christi Himmelfahrt. Zudem kritisierte er Mängel in den Fahrplanbüros und Leitstellen, die zu anhaltenden Unterbrechungen beitragen. Neele Wesseln, Geschäftsführerin des Verbands, übt scharfe Kritik an DB InfraGO wegen der wachsenden betrieblichen Herausforderungen: Die Güterbahnunternehmen befänden sich inzwischen in einem „Dauerausnahmezustand“.
Als Reaktion hat der Verband den Verkehrsausschuss des Bundestags aufgefordert, die aktuellen Störungen dringend zu behandeln. Gleichzeitig verlangt er von der Bundesregierung, bei der Aufsicht über DB InfraGO, den Betreiber der Schieneninfrastruktur, entschlossener einzugreifen.
Der Verband setzt sich für die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur ein, das den Betreiber überwachen soll. Eine stärkere staatliche Steuerung sei notwendig, um das Schienennetz zu stabilisieren und weitere Lieferkettenstörungen zu verhindern, so die Argumentation. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, die Belastung der Mitarbeiter zu verringern und die Zuverlässigkeit im Güterverkehr zu verbessern.
