BKK-Chefin fordert Milliarden-Einsparungen für die gesetzliche Krankenversicherung 2024
Franz-Peter SchachtBKK-Chefin fordert Milliarden-Einsparungen für die gesetzliche Krankenversicherung 2024
Gesetzliche Krankenversicherung steht 2024 vor steigenden Defiziten – BKK-Chefin schlägt Milliarden-Einsparungen vor
Das deutsche System der gesetzlichen Krankenversicherung sieht sich 2024 mit wachsenden Defiziten konfrontiert, da die Kosten schneller steigen als im Vorjahr. Anne-Kathrin Klemm, Vorsitzende des BKK-Dachverbands, hat nun vor der für Montag erwarteten Veröffentlichung eines Regierungsgutachtens mehrere Maßnahmen zur Kostensenkung vorgeschlagen. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, Milliarden zu sparen, ohne die Patientenversorgung direkt einzuschränken.
Klemms weitreichendster Vorschlag sieht vor, den Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent zu senken. Allein diese Maßnahme könnte jährlich zwischen 6 und 7 Milliarden Euro einsparen. Zudem schlägt sie vor, den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent auch auf Hilfsmittel auszuweiten, was zusätzlich 750 Millionen Euro pro Jahr freisetzen würde.
Ein weiterer zentraler Ansatz zielt auf die Preispolitik bei Medikamenten ab. Eine Erhöhung des Herstellerabschlags von 7 auf 12 Prozent würde jährlich rund 1,3 Milliarden Euro einsparen. Klemm regt zudem strengere Abrechnungsprüfungen in Krankenhäusern an, durch die ohne Leistungsbegrenzungen etwa 1 Milliarde Euro zurückgewonnen werden könnte.
Für den Ärztebereich schlägt Klemm die Wiedereinführung von Budgetobergrenzen für Hausärzte vor, was 500 Millionen bis 1 Milliarde Euro pro Jahr sparen würde. Zudem plädiert sie für Gebührenobergrenzen bei Kinder- und Jugendärzten, wodurch jährlich bis zu 300 Millionen Euro eingespart werden könnten. Allerdings warnt Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dass solche Honorarkürzungen Ärzte dazu zwingen könnten, ihre Sprechstundenzeiten zu reduzieren.
Die Vorschläge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem eine von der Regierung eingesetzte Finanzkommission am Montag eigene Empfehlungen vorlegen wird. Würden Klemms Pläne umgesetzt, könnten die Defizite der Krankenkassen um über 10 Milliarden Euro pro Jahr verringert werden. Die Maßnahmen setzen auf Preisanpassungen, Abrechnungskontrollen und Gebührenregulierungen – statt auf direkte Leistungskürzungen. Die Reaktion der Regierung auf diese Vorschläge wird voraussichtlich die künftige Finanzierung des Gesundheitssystems prägen.






