Brandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr – was das für Schüler bedeutet
Franz-Peter SchachtBrandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr – was das für Schüler bedeutet
Brandenburgs Bildungsministerium und die Bundeswehr unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zur Stärkung schulischer Bildungsangebote
Das Brandenburger Bildungsministerium und die Bundeswehr haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die Bildungsangebote an Schulen zu erweitern. Die Vereinbarung schafft einen rechtlichen Rahmen für die bereits seit Langem bestehende Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen. Ziel ist es, das kritische Denken der Schülerinnen und Schüler sowie ihr Verständnis für staatliche Verantwortung zu fördern.
Im Rahmen der Vereinbarung können Jugendoffiziere der Bundeswehr als externe Referentinnen und Referenten in den Unterricht eingeladen werden. Ihre Rolle beschränkt sich auf Diskussionen über deutsche Außen- und Sicherheitspolitik, globales Krisenmanagement sowie europäische Sicherheitsinteressen. Die Schulen entscheiden eigenständig, ob sie dieses Angebot nutzen – etwaige Besuche müssen sich am bestehenden Lehrplan orientieren.
Die Jugendoffiziere treten dabei als Gesprächspartner auf, nicht als Lehrkräfte. Sie sind verpflichtet, sich am Beutelsbacher Konsens zu orientieren, der Indoktrination verbietet und eine ausgewogene Darstellung sicherstellt. Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, betonte die Bedeutung einer multiperspektivischen Auseinandersetzung mit sicherheitspolitischen Themen.
Die parlamentarische Gruppe der BSW übt scharfe Kritik an der Vereinbarung. Sie bezeichnet die Zusammenarbeit als „institutionalisierte Kriegspropaganda“ und fordert deren sofortige Aussetzung.
Die Vereinbarung bietet Schulen eine strukturierte Möglichkeit, bei Bedarf mit Vertreterinnen und Vertretern des Militärs ins Gespräch zu kommen – die Teilnahme bleibt für jede Einrichtung freiwillig. Die politische Debatte über die Umsetzung wird voraussichtlich weitergehen.






