Bundestag stoppt 600-Millionen-Projekt: Luisenblock-Ost-II vor dem Aus
Claire MühleBundestag stoppt 600-Millionen-Projekt: Luisenblock-Ost-II vor dem Aus
Die Pläne für einen neuen Bundestagsanbau in Berlin sind auf ein schwerwiegendes Hindernis gestoßen. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Vizepräsident Omid Nouripour setzen sich für die Streichung des Projekts Luisenblock-Ost-II ein und verweisen dabei auf Haushaltsbedenken. Mit dem Schritt sollen in der angespannten finanziellen Lage mindestens 600 Millionen Euro an Baukosten eingespart werden.
Das geplante Gebäude Luisenblock-Ost-II sollte im Berliner Regierungsviertel entstehen, nördlich der Spree. Seine Lage wäre zwischen der Luisenstraße, den Gleisen der S-Bahn und dem Bahnhof Friedrichstraße gewesen. Klöckner argumentiert jedoch, dass teure Erweiterungen angesichts der aktuellen Wirtschaftslage unnötig seien, und plädiert dafür, sich auf unverzichtbare Ausgaben zu konzentrieren.
Nouripour unterstützte ihre Haltung und forderte eine Sondersitzung des Bau- und Raumordnungsausschusses des Bundestags. Ziel ist es, endgültig zu entscheiden, ob das Projekt vollständig aufgegeben wird. Davon unberührt bleibt indes der benachbarte Luisenblock-Ost-I-Komplex, dessen Bauarbeiten in Kürze beginnen sollen.
Die erste Bauphase, Luisenblock-Ost-I, wird weiterhin Büros des Bundestags sowie abgesicherte Sitzungsräume umfassen. Die Fertigstellung ist für 2034 geplant, während das Schicksal der zweiten Phase nun in der Schwebe hängt.
Falls der Stopp von Luisenblock-Ost-II beschlossen wird, würden beträchtliche Mittel für andere Prioritäten frei. Die Entscheidung des Bundestags wird zeigen, ob die Einsparungen von 600 Millionen Euro tatsächlich realisiert werden. Bis dahin läuft das angrenzende Projekt wie geplant weiter – Verzögerungen wurden bisher nicht bekannt gegeben.






