CDU-Politiker Krings zerpflückt Regierungskommission zum Prostituiertenschutzgesetz
Stefan TrubinCDU-Politiker Krings zerpflückt Regierungskommission zum Prostituiertenschutzgesetz
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat eine Regierungskommission zur Reform des Prostituiertenschutzgesetzes scharf kritisiert. Die Expertenrunde war auf Initiative von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingerichtet worden, um mögliche Änderungen der deutschen Regelungen zu prüfen. Krings wirft der Kommission vor, ihre Arbeit sei fehlerhaft und spiegle die Branche nicht repräsentativ wider.
Die Ergebnisse der Kommission stützen sich auf einen Evaluierungsbericht eines kriminologischen Instituts, dessen Leiter zugleich den Vorsitz der Expertenrunde innehat. Dem Bericht zufolge verfügt ein Viertel der gemeldeten Sexarbeiter:innen über einen Hochschulabschluss, und 80 Prozent sind krankenversichert.
Krings behauptet jedoch, die Studie erfasse nur einen kleinen, privilegierten Ausschnitt des Sektors. Er verweist darauf, dass bundesweit lediglich 50 Sexarbeiter:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien. Zudem schätzt er, dass nicht mehr als zehn Prozent der Sexarbeiter:innen offiziell registriert sind.
Von Anfang an hatte die CDU/CSU-Fraktion die Zusammensetzung der Kommission kritisiert. Krings wirft deren Vorsitzendem vor, fragwürdige Forschung zu betreiben und deren Ergebnisse zu verteidigen. Zudem sei die Expertenrunde einseitig besetzt worden – noch während der Regierungszeit von CDU und CSU.
Der Bericht zeichnet das Bild einer hochgebildeten und abgesicherten Belegschaft in der Sexbranche. Krings hingegen besteht darauf, dass die Daten ein verzerrtes Bild der Realität vermitteln. Seine Kritik zielt auf die Struktur der Kommission und die Glaubwürdigkeit ihrer Erkenntnisse ab.
