Deutschland will Tomahawk-Raketen und Typhon-Systeme aus den USA kaufen – trotz hoher Kosten
Franz-Peter SchachtDeutschland will Tomahawk-Raketen und Typhon-Systeme aus den USA kaufen – trotz hoher Kosten
Deutschland drängt auf den Kauf von Marsflugkörpern vom Typ Tomahawk sowie Typhon-Abschusssystemen aus den USA. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über eine verringerte militärische Präsenz der Vereinigten Staaten in Europa. In Berlin bereitet man sich nun darauf vor, das Geschäft trotz höherer Kosten zu beschleunigen.
Das deutsche Verteidigungsministerium hat Pläne zur Beschaffung von Tomahawk-Raketen sowie drei bodengestützten Typhon-Startsystemen wiederaufgelegt. Verteidigungsminister Boris Pistorius wird nach Washington reisen, um über den möglichen Kauf zu verhandeln. Ziel Berlins ist es, 400 Tomahawk Block VB vom Typ zu erwerben, von denen jede Ziele in einer Entfernung von bis zu 1.600 Kilometern treffen kann.
Großbritannien setzt bereits U-Boot-gestützte Tomahawks ein, während Frankreich über eigene, national entwickelte Marschflugkörper verfügt. Die Eile Deutschlands rührt von der Befürchtung her, dass ein schrumpfender militärischer Fußabdruck der USA in Europa die Abschreckung gegenüber Russland schwächen könnte. Trotz des Vorstoßes äußerte der Verteidigungsexperte Carlo Masala jedoch Zweifel, ob das Geschäft tatsächlich zustande kommt.
Berlin hat signalisiert, bereit zu sein, zusätzliche Kosten zu tragen, um die Lieferung zu beschleunigen. Der geplante Kauf umfasst sowohl die Raketen als auch die notwendige Startinfrastruktur. Sollte das Geschäft gelingen, würde dies die deutschen Fähigkeiten zu präzisen Langstreckenangriffen deutlich stärken. Die Flugkörper sollen in bestehende Verteidigungssysteme integriert werden, um wahrgenommene Lücken in der europäischen Sicherheit zu schließen. Über die nächsten Schritte wird das Ergebnis der Gespräche Pistorius’ in Washington entscheiden.






