06 May 2026, 18:30

Ermittlungen gegen YouTuber Niko und Tino wegen Islam-Kritik in Hamburg

Plakat, das "Die Stimme der liberalen Muslime"-Radioshow bewirbt, zeigt Bilder von Menschen mit Kopfhörern und Mikrofonen in einem Gespräch.

Ermittlungen gegen YouTuber Niko und Tino wegen Islam-Kritik in Hamburg

Zwei deutsche christliche YouTuber, die online als Niko und Tino bekannt sind, stehen wegen ihrer Äußerungen über den Islam unter strafrechtlicher Untersuchung. Das Duo hatte 2024 ein Video mit dem Titel „Der Islam ist nicht Frieden“ hochgeladen, in dem sie kritisierten, was sie als islamischen Antisemitismus in Deutschland bezeichneten. Die Hamburger Behörden haben nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um zu prüfen, ob ihre Aussagen gegen geltendes Recht verstoßen.

Niko und Tino betreiben den YouTube-Kanal „Ewiges Leben“, der sich mit Christentum, Glauben und gesellschaftlichen Themen beschäftigt. In dem umstrittenen Video behauptete Tino, „der Islam und die Botschaft dahinter brächten nur Hass, Macht und Mord“ und biete „keinen Frieden, keine Freude und kein Leben“. Das Video enthielt zudem Ausschnitte von Demonstrationen, auf denen Menschen zu Hass gegen Israel aufstachelten oder Anschläge feierten.

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Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt nach Paragraf 166 des Strafgesetzbuchs, der die Beleidigung religiöser Bekenntnisse unter Strafe stellt. Die Ermittler prüfen, ob die Äußerungen den Islam rechtswidrig angreifen oder die öffentliche Ordnung gefährden könnten.

Der Fall hat eine Debatte über die Meinungsfreiheit in Deutschland ausgelöst. Die Christliche Polizeivereinigung kritisierte die Ermittlungen und argumentierte, die Aussagen fielen unter die freie Meinungsäußerung. Nikos Anwalt, Marco Wingert, fordert die Einstellung des Verfahrens mit der Begründung, das Video spiegle lediglich christliche Überzeugungen wider.

Die Untersuchungen laufen noch, wobei die juristische Auseinandersetzung darauf abzielt, ob das Video in unzulässige Beleidigungen abglitt oder als geschützte Meinungsäußerung gilt. Das Ergebnis könnte präzedenzwirksam dafür werden, wie deutsche Gerichte künftig den Spannungsbogen zwischen Religionskritik und freier Rede austarieren. Beide YouTuber betonen, ihre Aussagen seien Teil einer größeren Diskussion über Glauben und Gesellschaft gewesen.

Quelle