Europas Industrie warnt vor Kostenexplosion durch EU-Emissionshandel und fordert Reformen
Claire MühleEuropas Industrie warnt vor Kostenexplosion durch EU-Emissionshandel und fordert Reformen
Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben sich in einem Brief an die EU-Spitze gewandt und vor den steigenden Kosten durch das Emissionshandelssystem (ETS) gewarnt. Darin heißt es, die aktuellen Regelungen gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Die Unternehmen fordern dringend Reformen, um weitere Schäden abzuwenden.
Das EU-Klimapaket „Fit für 55“ hat bereits begonnen, die kostenlose Vergabe von Verschmutzungszertifikaten schrittweise abzuschaffen. Unternehmen müssen nun den Großteil der Emissionsrechte auf dem Markt erwerben – was die Kosten in die Höhe treibt, da die Emissionen langsamer sinken als die verfügbaren Zertifikate.
In dem Schreiben, das von Konzernen wie ArcelorMittal, BP und BASF unterzeichnet wurde, wird argumentiert, dass die industrielle Transformation durch mangelnde Infrastruktur für Strom, Wasserstoff und CO₂-Transport behindert werde. Zudem werde Europa durch die rasche Erhöhung der CO₂-Kosten für seine Industrien zum Einzelkämpfer.
Die EU hat zudem den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) eingeführt, um Wettbewerbsnachteile auszugleichen. Diese Abgabe zielt auf kohlenstoffintensive Importe ab, nimmt jedoch Länder mit eigenem Emissionshandelssystem aus. Die Einnahmen aus dem Mechanismus fließen in Klimaprojekte, darunter den Ausbau von Wasserstoffnetzen.
Die Unternehmen drängen auf sofortiges Handeln, um die Kostenexplosion zu stoppen und die industrielle Basis Europas zu schützen. Sie verlangen Änderungen bei der anstehenden Reform des EU-Emissionshandels. Der Brief unterstreicht die Kluft zwischen den Klimazielen und der dafür notwendigen Infrastruktur.






