"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname die Gemüter spaltet und Hass entfacht
Stefan Trubin"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname die Gemüter spaltet und Hass entfacht
Ein Mainzer Restaurant namens Heimat ist zum Zentrum eines erbitterten Streits geworden. Besitzer Veli Ivecen, ein türkisch-kurdischer Koch, eröffnete das Lokal, um deutsche, türkische und kurdische Küche zu vereinen. Statt Lob erleben er und sein Team nun unablässige verbale Angriffe und sogar Vandalismus.
Der Streit entzündet sich am Namen des Restaurants – Heimat, ein deutsches Wort für „Heimat“ –, das bei beiden politischen Lagern heftige Reaktionen auslöst. Kritiker überhäufen das Team mit Beleidigungen, Drohungen und Vorwürfen, was Ivecen gleichermaßen schockiert und trotzig zurücklässt.
Die Feindseligkeiten begannen vor etwa zwei bis drei Monaten. Was als Kritik am Namen des Restaurants begann, steigerte sich schnell zu persönlichen Angriffen. Ivecen und seine Mitarbeiter mussten sich auf ihren privaten Instagram-Accounts Beschimpfungen, hasserfüllte E-Mails und Konfrontationen direkt im Restaurant gefallen lassen. Einmal wurde sogar die Fassade mit der Parole besprüht: „Das ist mein Zuhause, nicht deins.“
Ivecen erwog zunächst, das Restaurant umzubenennen, um die Spannungen zu entschärfen. Doch der unerbittliche Gegenwind hat nur seinen Widerstandswillen gestärkt. Mittlerweile besteht er darauf, den Namen Heimat beizubehalten – trotz des Drucks weicht er nicht zurück.
Die Kritik kommt aus allen politischen Richtungen. Manche von rechts bezeichnen Ivecen als Nazi, während andere von links infrage stellen, ob türkische und kurdische Einflüsse in der deutschen Küche ihren Platz haben. Ivecen nimmt konstruktive Rückmeldungen zur Küche gerne an, doch die aktuellen Angriffe nennt er inakzeptabel. Sein Ziel war einfach: einen Ort zu schaffen, an dem sich alle in Mainz zu Hause fühlen können.
Von einer Beruhigung der Gemüter ist nichts zu spüren. Ivecen bleibt seiner Vision treu, trotz der anhaltenden Belästigungen. Vorerst serviert Heimat weiterhin seine Fusion-Küche – während die Debatte über seinen Namen und seinen Platz in der deutschen Kultur ungebremst weitergeht.






