IMK blockiert neue Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball trotz Pyro-Chaos
Stefan TrubinIMK blockiert neue Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball trotz Pyro-Chaos
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat sich gegen die Einführung neuer Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt in Fußballstadien ausgesprochen. Diese Entscheidung fällt trotz der jüngsten Vorfälle beim DFB-Pokalfinale im Mai. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul äußerte sich frustriert über die ausbleibenden Fortschritte bei der Lösung des Problems.
Auf der letzten IMK-Sitzung räumten die Minister die anhaltenden Probleme durch Pyrotechnik in den Stadien ein. Sie bezeichneten dies als eine der größten Sicherheitsherausforderungen im Fußball. Konkrete Sofortmaßnahmen wurden jedoch nicht beschlossen.
Die Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ wird vorerst keinen Plan für eine bessere Durchsetzung des Pyrotechnik-Verbots vorlegen. Stattdessen soll das Thema auf der Herbstkonferenz der IMK erneut beraten werden.
Reul kritisierte den Schiedsrichter, dass dieser das DFB-Pokalfinale trotz des Pyrotechnik-Einsatzes nicht abgebrochen habe. Er forderte strengere Kontrollen, darunter Durchsuchungen der Ultra-Fanbereiche und von Fahrzeugen sowie einen Ausbau der Videoüberwachung, um zu verhindern, dass Gegenstände über Zäune geworfen werden. Zwar herrschte Einigkeit über die Notwendigkeit verschärfter Sicherheitsvorkehrungen, die Vereine argumentierten jedoch, dass lückenlose Kontrollen kaum umsetzbar seien.
Die Gruppe betonte zudem, dass konsequente Sanktionen entscheidend seien, machte aber deutlich, dass es keine Patentlösung gebe und das Problem nicht allein von einer Seite zu lösen sei.
Vorerst wird die IMK keine weiteren Schritte gegen gewalttätige Ausschreitungen im Fußball einleiten. Die Diskussion über Pyrotechnik und Stadion-Sicherheit wird im Herbst fortgesetzt. Vereine und Behörden bleiben uneins darüber, wie bestehende Regeln am besten durchgesetzt werden können.






