01 May 2026, 06:35

Klimaökonom Edenhofer warnt: Europas Energiepolitik verschärft die Abhängigkeit von Öl und Gas

Grafik, die die Treibstoffpreise in den Vereinigten Staaten im Laufe der Zeit zeigt, mit einer blauen Linie, die eine sinkende Preisentwicklung anzeigt, und einer grünen Linie, die eine steigende Preisentwicklung anzeigt.

Klimaökonom Edenhofer warnt: Europas Energiepolitik verschärft die Abhängigkeit von Öl und Gas

Europas Abhängigkeit von ausländischem Öl und Gas bleibt ein drängendes Problem, warnt ein führender Klimaökonom. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), kritisiert die aktuelle Energiepolitik als kurzsichtig und kontraproduktiv.

Edenhofer hält Subventionen für fossile Brennstoffe für den falschen Ansatz. Statt die Kosten zu senken, steigerten sie die Nachfrage und trieben so die globalen Preise weiter in die Höhe – was vor allem ausländischen Exporteuren nütze, nicht aber den europäischen Verbrauchern.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Als besseres Vorbild für den Umgang mit Energiekrisen nennt er die 1970er-Jahre. Damals setzten Regierungen auf Einsparungen statt auf Subventionen. Heute, so Edenhofer, müssten Politiker offen zugeben, dass der Öl- und Gasverbrauch reduziert werden muss – nicht nur aus Klimaschutzgründen, sondern auch aus Gründen der Energiesicherheit.

Eine sinkende Nachfrage, betont er, würde Europa echte Verhandlungsmacht auf den Weltmärkten verschaffen. Gleichzeitig schwäche sie die Abhängigkeit von instabilen Lieferanten. Doch viele Politiker scheuten sich, dies der Bevölkerung zu erklären – eine Zurückhaltung, die Edenhofer als absurd bezeichnet.

Statt pauschaler Subventionen schlägt er gezielte Einkommenshilfen für einkommensschwache Haushalte vor. So ließen sich die am stärksten Betroffenen vor steigenden Kosten schützen, ohne künstlich die Nachfrage anzukurbeln.

Edenhofers Position verdeutlicht das zentrale Dilemma: Kurzfristige Entlastung durch Subventionen könnte die langfristige Abhängigkeit noch verschärfen. Sein Plädoyer für eine Nachfragesenkung verknüpft Klimapolitik mit geopolitischer Strategie. Die Debatte über Europas Energiezukunft entscheidet sich nun daran, ob die Politik auf schnelle Lösungen oder auf strukturellen Wandel setzt.

Quelle