Köln baut Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe für klimaneutrale Energie aus dem Rhein
Franz-Peter SchachtKöln baut Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe für klimaneutrale Energie aus dem Rhein
Köln baut Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe – eine Anlage mit 150 Megawatt Leistung, die thermische Energie aus dem Rhein gewinnen soll. Das Projekt zielt darauf ab, die klimaneutrale Wärmeproduktion auszubauen, indem es die stabilen Wassertemperaturen des Flusses nutzt. Es ist Teil umfassender Bestrebungen in Deutschland, flussbasierte Energiequellen stärker zu erschließen.
Die Kölner Anlage wird voraussichtlich etwa 2,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Rhein entnehmen. Nach der Wärmeentnahme wird das Wasser rund drei Grad kühler wieder in den Fluss zurückgeleitet – ohne messbare Auswirkungen auf die Gesamtemperatur des Rheins. Nach Fertigstellung könnte die Anlage bereits ab 2031 Wärme in das Fernwärmenetz einspeisen.
Auch anderswo entstehen ähnliche Projekte: In Bamberg plant das städtische Versorgungsunternehmen eine kleinere Wärmepumpe an der Regnitz. In Dresden ist eine separate 50-Megawatt-Anlage in der Nähe der Marienbrücke mit geschätzten Kosten von 92 Millionen Euro vorgesehen. Diese würde jährlich etwa 300.000 Megawattstunden Wärme erzeugen – genug für bis zu 45.000 Haushalte. Derzeit nutzen bereits die Hälfte der Dresdner Haushalte Fernwärme, mit einem jährlichen Verbrauch von rund 1,7 Millionen Megawattstunden.
Die Wärmepumpenprojekte werden das Angebot an CO₂-armer Wärme für lokale Netze deutlich erhöhen. Da sie auf die gleichbleibende Temperatur des Flusswassers setzen, bieten sie eine zuverlässige Energiequelle. Bei Erfolg könnten sie einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung der Emissionen im Wärmesektor leisten.






