Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis
Franz-Peter SchachtSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis
Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa erhielt 2022 den Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz für die Demokratie. Die Verleihung fand am Samstag im Aachen Krönungssaal statt, wo sie die Auszeichnung entgegennahm. Der Preis würdigt ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen das autoritäre Regime in Belarus.
Kolesnikowa wurde während der Massenproteste 2020 gegen Präsident Alexander Lukaschenko zu einer zentralen Figur. Während viele Oppositionelle ins Exil flohen, entschied sie sich, in Belarus zu bleiben. Noch im selben Jahr wurde sie festgenommen und später zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt.
Im Dezember 2025 kam sie nach Vermittlungsbemühungen unter Führung der USA frei. Nach ihrer Haft bot Deutschland ihr Schutz, und sie soll nun politisches Asyl erhalten.
Der seit 1950 verliehene Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich besonders um die europäische Einigung verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern zählt unter anderem der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, der die Auszeichnung 2023 erhielt.
Kolesnikowas Freilassung beendet eine fünfjährige Haftstrafe. Nun wird sie ihr Leben in Deutschland im Rahmen des politischen Asyls neu aufbauen. Der Karlspreis unterstreicht ihre weiterhin bedeutende Rolle im Kampf für demokratische Rechte in Belarus.