NABU stoppt Windpark in Ostprignitz-Ruppin – Artenschutz gegen Ökostrom
Franz-Peter SchachtNABU stoppt Windpark in Ostprignitz-Ruppin – Artenschutz gegen Ökostrom
Die Naturschutzorganisation NABU hat rechtliche Schritte eingeleitet, um den Bau eines geplanten Windparks in der Nähe von Zootzen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zu stoppen. Wie die Organisation mitteilte, reichte sie am 20. April einen Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ein. Begündet wird dies mit der Befürchtung, dass das Projekt seltene Tierarten in der Region gefährdet.
Im Mittelpunkt des Streits stehen elf Windkraftanlagen, die vom Landesamt für Umwelt im März genehmigt wurden. Nach Angaben des NABU stellen die Anlagen eine erhebliche Bedrohung für geschützte Arten dar, darunter die stark gefährdete Braune Fledermaus, die auf die Wittstocker Ruppiner Heide als Lebensraum angewiesen ist.
Besondere Sorge bereitet ein Mäusebussard-Horst, der direkt in der geplanten Route der Baukrane liegt. Der NABU fordert dessen Umsiedlung, um Störungen während der Brutzeit zu vermeiden. In der Nähe befinden sich zudem Nester von Seeadlern, die nur etwa 700 Meter vom geplanten Baugebiet entfernt sind – was die Gefahr von Kollisionen oder Lebensraumzerstörung erhöht.
Die Umweltschützer warnen, dass ohne Eingreifen die Windräder zum Tod von Fledermäusen und Vögeln führen könnten, die bereits unter Lebensraumverlust leiden. Die gerichtlichen Verfahren sollen nun die ökologischen Auswirkungen des Projekts neu bewerten.
Das Gericht wird entscheiden, ob der Bau fortgesetzt werden darf oder ob weitere ökologische Gutachten erforderlich sind. Sollte der NABU mit seiner Klage erfolgreich sein, könnte dies zu Verzögerungen oder Änderungen bei der Planung des Windparks führen. Das Urteil könnte zudem richtungsweisend dafür werden, wie in der Region künftig erneuerbare Energien und Artenschutz in Einklang gebracht werden.






