24 March 2026, 04:32

NDR-Entscheidung gegen Julia Ruhs löst Medienstreit über politische Ausgewogenheit aus

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Reportern vor dem Kanzleramt in Berlin, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Gebäuden im Hintergrund.

NDR-Entscheidung gegen Julia Ruhs löst Medienstreit über politische Ausgewogenheit aus

Eine Debatte ist über die Entscheidung des NDR entbrannt, die Moderatorin Julia Ruhs aus der Reportage-Sendung Klar zu nehmen. Der Schritt folgte Bedenken, ihre Folgen seien zu weit nach rechts gerückt – und löste Kritik von öffentlich-rechtlichen Sendern und Kollegen aus der Comedy-Szene aus. Ruhs selbst nahm die Kontroverse mit Humor: Ein satirischer Beitrag über sie sei "etwas gemein, aber sehr lustig" gewesen, kommentierte sie.

Der NDR bestätigte, Julia Ruhs künftig nicht mehr als alleinige Moderatorin von Klar einzusetzen, doch sie bleibt demselben Format beim BR erhalten. Die Entscheidung fiel nach internen Diskussionen, die durch ein geleaktes Video bekannt wurden: Darin gaben Redakteure zu, Sorge zu haben, die Sendung entwickle sich "zu rechts". Ruhs, die von heute-show-Moderator Oliver Welke als "bürgerlich-konservativ" beschrieben wird, hatte es in nur drei Jahren von der BR-Volontärin zur Moderatorin gebracht.

Welke stellte den NDR-Schritt offen infrage und plädierte dafür, Ruhs hätte weitermachen dürfen. Zugleich relativierte er ihre politische Haltung – etwa mit einem Ausschnitt aus ihrem Interview mit dem Magazin Cicero, um Vorwürfe zu ihren Ansichten zu entkräften. Gleichzeitig wies er Vorhaltungen zurück, ihre Folgen seien schlecht produziert: Schließlich hätten NDR-Redakteure sie abgesegnet.

Die Debatte weitete sich aus, als sich die Comedians Idil Baydar (bekannt als Jilet Ayse) und Bosetti von der ZDF-heute show einmischten. Bosetti warf Kritikern "Populismus und schlechten Journalismus" vor und verteidigte das Recht des NDR auf redaktionelle Entscheidungen. Unterdessen wurde Tanit Koch, ehemalige Chefredakteurin der Bild, als Ruhs' Nachfolgerin für die NDR-Folgen präsentiert.

Ruhs reagierte auf die satirische Aufarbeitung der heute show mit einem Post auf X – sie lobte den Humor, wiegelte aber persönliche Beleidigungen ab.

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Der NDR bleibt bei seiner Entscheidung, während Ruhs ihre Rolle beim BR behält. Tanit Koch wird nun die Klar-Folgen für den Norddeutschen Rundfunk moderieren. Der Streit zeigt die anhaltenden Spannungen um die politische Ausgewogenheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – und die Diskussion scheint vorerst nicht abzuebben.

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