Neuwieds Erbe der Toleranz: 360 Jahre Freiheitsrechte und religiöse Vielfalt
Claire MühleNeuwieds Erbe der Toleranz: 360 Jahre Freiheitsrechte und religiöse Vielfalt
Am 4. Juni 1662 gewährte Graf Friedrich zu Wied den Bürgern von Neuwied eine Reihe von Freiheitsrechten. Herausragend unter ihnen war das Recht auf freie Religionsausübung – eine für die damalige Zeit bemerkenswerte Entscheidung, die die Zukunft der Stadt und ihren Ruf als Ort der Toleranz prägte.
Die Möglichkeit, den eigenen Glauben offen zu leben, zog unterschiedliche religiöse Gruppen nach Neuwied. Verschiedene Konfessionen ließen sich hier nieder und schufen eine Gemeinschaft, die für ihre Vielfalt und Offenheit bekannt wurde.
Jahrhunderte später lebt die Stadt dieses Erbe weiter. Jedes Jahr am 4. Juni feiert Neuwied den „Tag der Religionen“. 2023 fiel die Veranstaltung mit dem Fest Fronleichnam zusammen und begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St.-Matthias-Kirche. Anschließend versammelten sich die Besucher am „Engel der Kulturen“-Denkmal in der Fußgängerzone. Fürstin Sophie Charlotte begrüßte die Gäste im Innenhof von Schloss Neuwied, wo die historischen Freiheitsrechte verlesen wurden.
Bürgermeister Peter Jung betonte die Bedeutung dieses Tages. Im Mittelpunkt stünden Freiheit, Toleranz und Respekt – die Werte, die das Fest tragen. Die Stadt kündigte zudem Pläne für das Jubiläumsjahr 2027 an, das unter dem Motto „365 Jahre Freiheiten – 365 Tage Toleranz und Freiheit“ stehen soll.
Der Tag der Religionen bleibt ein zentraler Höhepunkt im Kalender von Neuwied. Er würdigt die lange Tradition religiöser Freiheit und Vielfalt in der Stadt und bringt die Menschen auch heute noch im Geiste gemeinsamer Werte zusammen.






