23 April 2026, 14:55

"No Body Fits" begeistert bei Uraufführung in der Vaganten Bühne Berlin

Eine farbenfrohe Papierreproduktion, die die Lebensphasen von Frauen von der Kindheit bis ins hohe Alter zeigt, mit fetter Schrift und detaillierten Elementen.

"No Body Fits" begeistert bei Uraufführung in der Vaganten Bühne Berlin

Premierenabend in der Vaganten Bühne: "No Body Fits" feiert gefeierte Uraufführung

Ein ausverkauftes Publikum versammelte sich am Dienstag in der Vaganten Bühne in Charlottenburg zur Premiere von "No Body Fits". Die Bühnenadaption bringt Kim de l'Horizons preisgekrönten Roman auf die Bühne – eine Geschichte über Kim, eine genderfluide Protagonist:in, die sich zwischen Identität, Erinnerung und Familiengeheimnissen bewegt.

Im Mittelpunkt des Stücks steht Kim, dessen fluider Körper sich binären Zuschreibungen entzieht. Im Ringen mit gesellschaftlichen Erwartungen versucht Kim, Scham in Selbstakzeptanz zu verwandeln. Der Weg beginnt, als die Demenz der Großmutter eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit erzwingt.

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Drei Schauspieler:innen – Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger – teilen sich die Rolle der Kim und spiegeln so die zersplitterte Identität der Figur wider. Die Bühne ist geprägt von zerrissenen, beigefarbenen Strumpfhosen, die von der Decke hängen, gefüllt mit Sand und Bällen – Symbole für Last und Verstrickung.

Kims Suche führt sie zurück in einen Schweizer Vorort, zu einer Blutbuche, die ihr Urgroßvater einst pflanzte. Unter ihren Ästen fühlt sich Kim geborgen, doch der Baum birgt auch Spuren transgenerationaler Traumata. In neunzig Minuten bricht die Inszenierung das Schweigen über diese verdrängten Geschichten.

Der Originalroman, 2022 erschienen, gewann sowohl den Deutschen als auch den Schweizer Buchpreis. Nun verwandelt die Bühnenfassung seine intime, poetische Prosa in ein packendes Theatererlebnis. Die Premiere markiert den jüngsten Erfolg von Kim de l'Horizons gefeiertem Werk. Indem das Stück persönliche und ahnenbezogene Erzählungen verbindet, stellt es sich den Themen Geschlecht, Erinnerung und Heilung – ohne einfache Antworten, aber mit unüberhörbarer Dringlichkeit. Das Publikum verließ das Theater mit einer Geschichte, die nachhallt.

Quelle