Ölpreise explodieren auf 112 Dollar – BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie für Milliarden
Stefan TrubinÖlpreise explodieren auf 112 Dollar – BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie für Milliarden
Ölpreise schnellen auf fast 112 Dollar pro Barrel – Blockaden im Hormus-Engpass lähmen globale Lieferketten
Die Ölpreise sind auf knapp 112 Dollar pro Barrel gestiegen, nachdem Blockaden in der Straße von Hormus den weltweiten Transport von Rohöl und Flüssigerdgas (LNG) massiv behindern. Die Krise legt fast ein Fünftel des globalen Öl- und LNG-Transports lahm. Unterdessen treibt der britische Energiekonzern BP seine umfassende Umstrukturierung voran – mit Vermögensverkäufen und drastischen Sparmaßnahmen.
BP hat angekündigt, bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden Dollar zu veräußern. Mehr als die Hälfte dieses Ziels ist bereits erreicht. Erst kürzlich verkaufte das Unternehmen seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Mit dem Deal wechseln rund 1.800 Mitarbeiter den Besitzer, und BP streicht Verbindlichkeiten in Höhe von bis zu 1,7 Milliarden Dollar aus seiner Bilanz. Die Raffinerie verarbeitet jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl.
Als Reaktion auf den Verkauf stufte die HSBC die BP-Aktie von "Reduce" (Verkaufsempfehlung) auf "Hold" (Halten) hoch und erhöhte das Kursziel. Die Bank zeigt sich damit zuversichtlich, dass BP seine Finanzstrategie in Zeiten hoher Ölpreise erfolgreich umsetzt.
Zudem hat BP sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar bis 2027 angehoben. Ziel ist es, die Bilanz zu stärken und die zukünftige Liquidität zu sichern. Dennoch bleibt der Börsenwert des Konzerns volatil – schwankend zwischen Ölpreisentwicklungen, Investitionen in erneuerbare Energien und Sorgen der Anleger über die Zukunft der fossilen Brennstoffe.
In den USA eskalierte unterdessen der Konflikt in BPs Whiting-Raffinerie im Bundesstaat Indiana: Nach gescheiterten Tarifverhandlungen sperrte die Geschäftsführung rund 800 Gewerkschaftsmitglieder aus. Die Unternehmensführung betont, die Produktion werde dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt. Die US-Regierung reagierte auf die angespannte Versorgungslage, indem sie den Jones Act für 60 Tage aussetzte – damit dürfen nun auch ausländische Schiffe Waren zwischen amerikanischen Häfen transportieren.
BP setzt seine Umstrukturierung fort, um die aktuellen hohen Ölpreise mit langfristigen Finanzzielen in Einklang zu bringen. Der Verkauf der deutschen Raffinerie und die Sparpläne sollen die Position des Konzerns festigen. Doch geopolitische Spannungen und anhaltende Arbeitskonflikte belasten die Geschäfte mit Unsicherheit.






