17 June 2026, 19:41

Priens Demokratie-Reform sorgt für Koalitionsstreit und Unsicherheit bei geförderten Projekten

SPD kritisiert Prien wegen 'Demokratie lebt'-Neugestaltung

Priens Demokratie-Reform sorgt für Koalitionsstreit und Unsicherheit bei geförderten Projekten

Familienministerin Karin Prien (CDU) hat Pläne für eine grundlegende Reform des Programms „Lebendige Demokratie“ angekündigt. Die Initiative, die Schulen, Freiwillige Feuerwehren, Sportvereine und Bibliotheken fördert, steht vor weitreichenden Veränderungen. Die SPD wirft dem Ministerium jedoch vor, bei dem Prozess übergangen zu werden.

Das bundesweite Programm „Lebendige Demokratie“ wurde 2014 ins Leben gerufen, um Projekte zu finanzieren, die sich für Demokratieförderung einsetzen und Extremismus, Rassismus sowie Antisemitismus bekämpfen. Im Laufe der Jahre hat es Hunderten von Initiativen in ganz Deutschland Unterstützung zukommen lassen.

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Priens Ministerium plant nun eine Neuausrichtung des Programms, um bestimmte Einrichtungen gezielter zu fördern. Die SPD kritisiert jedoch, nicht angemessen einbezogen worden zu sein. Die Partei äußerte „erhebliche Unzufriedenheit“ über die mangelnde Mitsprache und bezeichnete die Behandlung des Koalitionspartners als inakzeptabel.

Zudem steht das Ministerium in der Kritik, die Reformen voranzutreiben, ohne die Ergebnisse einer noch laufenden Evaluation der bestehenden Projekte abzuwarten. Rund 200 aktuelle Initiativen – darunter einige, denen ursprünglich eine Fortführung der Förderung zugesichert wurde – blicken nun einer ungewissen Zukunft entgegen, da ihre Unterstützung zum Jahresende ausläuft.

SPD-Abgeordnete haben sowohl schriftliche als auch mündliche Anfragen zu den Änderungen gestellt. Sie berichten, die Antworten des Ministeriums seien oft unvollständig oder ausweichend ausgefallen. Ein für den 12. Juni geplantes Treffen wurde vom Ministerium abgesagt und erst auf die letzte Juniwoche verschoben, was die Diskussionen weiter verzögert.

Die SPD vermutet, dass das Ministerium nicht mehr ernsthaft beabsichtigt, sie bei der Ausgestaltung der neuen Förderrichtlinien einzubinden.

Die geplanten Änderungen des Programms „Lebendige Demokratie“ könnten die Unterstützung für Hunderte von Projekten neu definieren. Ohne eine vollständige Zusammenarbeit der Koalitionspartner bleibt die Zukunft vieler Initiativen jedoch ungewiss. Die SPD setzt sich weiterhin für mehr Transparenz und eine stärkere Einbindung in den Entscheidungsprozess ein.

Quelle