René Benko: Neue Betrugsvorwürfe und 18. Ermittlungsverfahren gegen den Signa-Gründer
Christina SorgatzRené Benko: Neue Betrugsvorwürfe und 18. Ermittlungsverfahren gegen den Signa-Gründer
René Benko sieht sich in München einer neuen strafrechtlichen Untersuchung wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Geldern ausgesetzt. Es handelt sich bereits um das 18. Ermittlungsverfahren gegen ihn – im Mittelpunkt stehen Vorwürfe des Vertrauensbruchs und des Betrugs in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Seit Januar 2025 sitzt Benko in Untersuchungshaft.
Die jüngsten Vorwürfe betreffen eine Zahlung von 120 Millionen Euro, die ursprünglich für das Bahnhofplatz-Projekt in München bestimmt war. Stattdessen wurde das Geld umgeleitet, um Liquiditätsengpässe innerhalb der Signa Group zu decken. Ein Teil floss zudem in die Finanzierung einer Kapitalerhöhung für das Kaufhaus Selfridges.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Signa Prime Selection vor, wie ein finanzieller „Staubsauger“ agiert zu haben, der Gelder aus verschiedenen Projekten abzog. Eine ähnliche Vorgehensweise soll auch bei einer 187-Millionen-Euro-Investition eines saudischen Staatsfonds angewendet worden sein.
Benko bleibt bis zu einer für Donnerstag anberaumten Berufungsverhandlung in Haft. Sollte er verurteilt werden, wäre dies das erste offizielle Urteil im Rahmen der Signa-Affäre. Unterdessen führt der gerichtlich bestellte Verwalter in seinem Insolvenzverfahren mehrere Rechtsstreitigkeiten, darunter auch Auseinandersetzungen um wertvolle Schmuckringe aus Benkos Privatkonkurs.
Der Fall weitet sich weiter aus, da die Ermittlungen zu Finanzvergehen vertieft werden. Das Ergebnis der Berufungsverhandlung wird über Benkos unmittelbare rechtliche Situation entscheiden. Die Behörden verfolgen weiterhin die Geldflüsse der umgeleiteten Mittel innerhalb des Signa-Konzerns.
