Schleswig-Holstein setzt mit "Digitalstrategie 2026" auf flächendeckende Digitalisierung ohne Abgehängte
Claire MühleLand schließt niemanden in Digitalstrategie aus - Schleswig-Holstein setzt mit "Digitalstrategie 2026" auf flächendeckende Digitalisierung ohne Abgehängte
Schleswig-Holstein startet "Digitalstrategie 2026" – Digitalisierung für alle vorantreiben
Schleswig-Holstein hat seine Digitalstrategie 2026 auf den Weg gebracht, einen Plan, der die Digitalisierung im gesamten Land vorantreiben und gleichzeitig sicherstellen soll, dass niemand abgehängt wird. Die schwarz-grüne Landesregierung setzt dabei auf Bürokratieabbau, die Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen und die Sicherung der digitalen Zukunft der Region.
Als Vorreiter in Sachen digitaler Infrastruktur will das Land nun seine Stärken weiter ausbauen – darunter die fast flächendeckende Versorgung mit Glasfaseranschlüssen und fortschrittliche Datenaustauschsysteme – und gleichzeitig Bedenken hinsichtlich Barrierefreiheit und lokaler Umsetzung angehen.
Schon vor dieser neuen Strategie galt Schleswig-Holstein unter den deutschen Bundesländern als digitaler Spitzenreiter. Über 84 Prozent der Haushaltsadressen verfügten über einen Glasfaseranschluss, deutlich mehr als der Bundesschnitt von 40 Prozent. Damit lag das Land auch vor Nachbarn wie Hamburg (77 Prozent) und Niedersachsen (63 Prozent). Nahezu alle 954 Schulen waren per Glasfaser vernetzt – ein Maßstab für die Bildungsinfrastruktur.
Um behördliche Abläufe zu beschleunigen, führte das Land X-Road ein, ein sicheres System für den Datenaustausch zwischen Behörden. Dieser Schritt stärkte die digitale Souveränität und katapultierte Schleswig-Holstein vor Länder wie Berlin und Sachsen. Gesetze, die "Nur-Digital"-Verfahren vorschreiben, vereinfachten öffentliche Dienstleistungen zusätzlich, auch wenn umfassende Vergleiche mit anderen Regionen noch ausstehen.
Die Digitalstrategie 2026 baut diese Ansätze nun weiter aus. Ein zentrales Prinzip ist die "Once-Only"-Regel, bei der Daten nur einmal erfasst werden müssen, um nahtlos zwischen Behörden ausgetauscht zu werden. Zudem ist ein eigenes Datennetz geplant, das den Papierkram reduziert und die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Befürworter argumentieren, dass dies die lokale Digitalwirtschaft stärken und aufstrebende Technologien fördern werde.
Doch es gibt auch kritische Stimmen. Bernd Buchholz (FDP) warnte davor, Menschen zu benachteiligen, die mit digitalen Werkzeugen Schwierigkeiten hätten. Kianusch Stender (SPD) betonte, dass Digitalisierung nicht wie eine Anordnung von oben wirken dürfe, und verwies auf frühere Probleme bei Open-Source-Projekten. Sebastian Bonau (Grüne) forderte mehr digitale Souveränität auf kommunaler Ebene, darunter sichere, unabhängige Infrastrukturen und mehr praktische Unterstützung bei der lokalen Umsetzung. Uta Wentzel (CDU) hob hervor, dass die Strategie durch bessere Vernetzung der Akteure Demokratie und Wirtschaftswachstum stärken werde.
Die Strategie setzt klare Ziele: schnellere öffentliche Dienstleistungen, weniger Bürokratie und eine stärkere Digitalwirtschaft. Durch sicheren Datenaustausch und lokale Unterstützung will Schleswig-Holstein seine Führungsrolle behalten und zugleich eine Zersplitterung verhindern. Der Erfolg wird davon abhängen, Innovation mit Inklusion in Einklang zu bringen – damit alle Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen von den Veränderungen profitieren.






