29 April 2026, 05:28

Sieben Stunden Wallenstein: Wie Marathon-Theater das Berliner Theatertreffen elektrisiert

Ein großer Zuschauerraum mit Sitzreihen, einem Projektionsschirm und Bühnenobjekten, beleuchtet von Wandlampen.

Sieben Stunden Wallenstein: Wie Marathon-Theater das Berliner Theatertreffen elektrisiert

Siebenstündige Inszenierung von Wallenstein: Ein Fest des Krieges in sieben Gängen sorgt für Furore beim Berliner Theatertreffen

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Die siebenstündige Aufführung von Wallenstein: Ein Fest des Krieges in sieben Gängen hat in diesem Jahr beim Berliner Theatertreffen großes Aufsehen erregt. Die epische Produktion der Münchner Kammerspiele war schnell ausverkauft. Das Festival, das vom 1. bis 17. Mai stattfindet, präsentiert jährlich die renommiertesten deutschsprachigen Theaterinszenierungen.

Deutschland blickt auf eine lange Tradition des Marathon-Theaters zurück. Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiel 1999 dauerte zwölf Stunden. Erst kürzlich brachte das Schauspielhaus Bochum Die Brüder Karamasow in einer siebenstündigen Fassung auf die Bühne – im vergangenen Jahr.

Der Trend zu ausufernden Aufführungen nahm in den 1970er- und 1980er-Jahren mit dem Aufstieg des Regietheaters Fahrt auf. Regisseure begannen, klassische Stoffe mit mutigen, weitläufigen Ansätzen neu zu interpretieren. Nora Hertlein-Hull, heute Leiterin des Theatertreffens, erlebte ihre erste solche Produktion 2007 mit Der große Gatsby beim Wiener Festwochen – ebenfalls sieben Stunden lang.

Während der Pandemie setzten viele Theater jedoch auf kürzere, durchgehende Stücke ohne Pause. Nun erleben längere Formate ein Comeback. Die Berliner Volksbühne wird bald Peer Gynt wiederaufnehmen, dessen ursprüngliche Inszenierung einst acht Stunden dauerte. Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein keine Spielzeiten statistisch, doch die Nachfrage nach immersiven, groß angelegten Produktionen bleibt ungebrochen.

Das ausverkaufte Wallenstein unterstreicht die anhaltende Faszination für Marathon-Theater. Das Publikum zeigt sich weiterhin offen für anspruchsvolle, zeitintensive Werke. Das diesjährige Theatertreffen beweist einmal mehr: Auch lange Aufführungen können begeistern.

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