Sozialwohnungs-Krise verschärft sich: Fast eine Million Wohnungen fehlen bundesweit
Franz-Peter SchachtSozialwohnungs-Krise verschärft sich: Fast eine Million Wohnungen fehlen bundesweit
Deutschland steht vor einer wachsenden Knappheit an Sozialwohnungen, warnen Experten – das Defizit nähert sich einer Million Wohnungen. Aktuelle Zahlen zeigen einen Rückgang des verfügbaren Wohnraums, trotz regionaler Fortschritte und politischer Zusagen zur Bewältigung der Krise.
Ende 2024 waren bundesweit noch rund 1,05 Millionen Sozialwohnungen registriert. Doch die Wohnungsbauexpertin der Linken, Lay, wies auf das anhaltende Fehlangebot von fast einer Million Wohnungen hin. Allein in Berlin fehlten 2024 insgesamt 2.957 Sozialwohnungen.
In einigen Regionen verschärfte sich die Lage weiter. Bis Ende 2025 war die Gesamtzahl der Sozialwohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 20.000 Einheiten gesunken. Nordrhein-Westfalen verzeichnete mit 18.538 weniger Wohnungen den größten Verlust, gefolgt von Bayern mit einem Minus von 2.790 Einheiten. Bundesweit wurden 57.621 Wohnungen aus den Mietpreisbindungen genommen.
Nicht alle Bundesländer waren von Rückgängen betroffen: Baden-Württemberg verzeichnete 2024 einen Nettozuwachs von 3.046 Sozialwohnungen. Zudem entstanden 4.701 neue Plätze in Wohnheimen für Studierende und Auszubildende. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) reagierte mit dem Versprechen, bis 2029 23,5 Milliarden Euro an Bundesmitteln bereitzustellen, um die Krise zu bekämpfen.
Die Sozialwohnungsmisere bleibt dramatisch, mit deutlichen regionalen Unterschieden. Zwar gab es in einigen Gebieten Fortschritte, doch der bundesweite Trend zeigt einen weiteren Rückgang des Angebots. Die angekündigten Fördergelder sollen die Entwicklung umkehren – doch die Herausforderung bleibt gewaltig.






