19 March 2026, 14:48

Villeroy & Boch drosselt Umsatzprognose wegen Golfkonflikt-Eskalation

Liniengraphik, die einen Rückgang der erwarteten zukünftigen Ölimporte zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Iran-Kriegswolken trüben Ausblick für Villeroy & Boch - Villeroy & Boch drosselt Umsatzprognose wegen Golfkonflikt-Eskalation

Villeroy & Boch senkt Umsatzprognose für 2026 wegen eskalierendem Golfkonflikt

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat seine Umsatzerwartungen für 2026 deutlich nach unten korrigiert und führt dies auf die wirtschaftlichen Folgen des sich zuspitzenden Golfkonflikts zurück. Nach einem leichten Anstieg im Jahr 2025 rechnet das Unternehmen nun mit rückläufigen Erträgen. Die anhaltende Instabilität im Nahen Osten habe den Handel beeinträchtigt und die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten geschwächt.

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Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der Umsatz 2025 um 1,8 Prozent auf rund 1,45 Milliarden Euro. Der Nettogewinn kletterte von 6,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 14,7 Millionen Euro. Die Investitionen beliefen sich 2025 auf 45,8 Millionen Euro, mit denen unter anderem ein neues Lagersystem am Standort Merzig und moderne Brenntechnik in Torgau finanziert wurden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen Produktionsanpassungen vorgenommen, darunter die geplante Schließung des Werks im belgischen Roeselare. Trotz dieser Maßnahmen sieht sich Villeroy & Boch nun stärkeren Gegenwinden ausgesetzt. Die Umsätze in Israel und den Golfstaaten sind eingebrochen – für April 2026 werden nur noch 30 Prozent des Vorjahresniveaus erwartet.

Die Ausweitung des Konflikts, der bis März 2026 durch tausende Luftangriffe geprägt war – darunter 7.600 israelische Attacken –, hat regionale Handelsrouten destabilisiert. Zwar milderten ein brüchiger Waffenstillstand im Gazastreifen und ein teilweiser Rückzug Israels einige Risiken, doch iranische Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien und die angespannte Lage am Golf verschärften die Verwundbarkeit der Lieferketten. Villeroy & Boch prognostiziert nun für 2026 einen Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das bereinigte EBIT wird auf 75 bis 85 Millionen Euro geschätzt – nach 97,8 Millionen Euro im Vorjahr.

Trotz der verschärften Lage plant das Unternehmen Investitionen in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro für dieses Jahr. Die angepasste Prognose spiegle jedoch die wachsenden wirtschaftlichen Folgen des Krieges wider, hieß es.

Die überarbeitete Vorhersage für 2026 unterstreicht die direkten Auswirkungen des Konflikts auf das Geschäft von Villeroy & Boch. Ohne Einnahmen aus Israel oder den Golfstaaten und bei deutlich gesunkenen Umsätzen in anderen Regionen steht das Unternehmen vor einem stärkeren Gewinnrückgang. Die Situation verdeutlicht die größeren Risiken, denen sich europäische Unternehmen durch die Instabilität in der Region ausgesetzt sehen.

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