Warum wir in einer Welt der Meinungsflut kaum noch entkommen können
Christina SorgatzWarum wir in einer Welt der Meinungsflut kaum noch entkommen können
Meinungen gibt es überall – und sie verschwinden nicht so schnell
Die Welt produziert sie endlos: in Talkshows, Online-Foren und, in einer gedachten Vorstellung, vielleicht sogar in der Natur selbst. In der vergangenen Woche wurde der Autor mit Meinungen zum Nahostkonflikt, zu Windrädern und veganen Torwarthandschuhen überschwemmt. Talkshows, Podcasts und Foren liefern sie am laufenden Band – Privatsphäre für die eigenen Gedanken wirkt fast schon verboten.
Der Autor malt sich eine Welt aus, in der auch die Natur ihre ganz eigene Meinung hat. In diesem Szenario bewertet das Mittelmeer Urlauber nach ihrem Verhalten. Ein Schlafzimmer-Kaktus, Mücken und Sonnenblumen kommentieren die Handlungen des Autors. Selbst der Gedanke, in der Natur Trost zu suchen, wird infrage gestellt – was, wenn auch sie etwas dazu zu sagen hat?
Ein spielerischer Vorschlag kommt auf: Jeder Mensch sollte sich auf nur drei Meinungen pro Tag beschränken. Der Autor gesteht zudem Skepsis gegenüber achtsamem Atmen und dessen angeblichen Vorzügen.
Am Ende bleibt eine klare Erkenntnis: Meinungen werden immer im Überfluss existieren. Die Natur, ob real oder erfunden, bietet vielleicht doch nicht den neutralen Rückzugsort, den manche erhoffen. Die Debatte über ihren Wert und ihre Wirkung geht ungebremst weiter.
