21 March 2026, 08:30

1&1 startet viertes Mobilfunknetz – mit ehrgeizigen Zielen und finanziellen Hürden

Zwei Mobilfunkmasten mit Antennen, umgeben von Bäumen und Drähten, unter einem klaren blauen Himmel.

1&1 startet viertes Mobilfunknetz – mit ehrgeizigen Zielen und finanziellen Hürden

1&1 startet offiziell viertes deutsches Mobilfunknetz – mit Herausforderungen und ehrgeizigen Plänen

Das vierte Mobilfunknetz Deutschlands, betrieben von 1&1, ging am 8. Dezember 2023 offiziell an den Start. Seither baut das Unternehmen seine Abdeckung aus, doch der Weg war von Anfang an mit Hindernissen gepflastert. Trotz finanzieller Belastungen und eines im Vergleich zu den Mitbewerbern deutlich kleineren Netzes hält das Unternehmen an seinen langfristigen Zielen fest.

Bereits 2019 hatte 1&1 Frequenzlizenzen erworben, doch Lieferkettenprobleme bei Partnern führten zu Verzögerungen. Diese Rückschläge bremsten den Aufbau der Mobilfunkinfrastruktur. Bis Anfang 2024 waren rund 2.000 Antennenstandorte in Betrieb – deutlich weniger als die 28.000 bis 36.500 Standorte, über die die drei großen deutschen Netzbetreiber verfügen.

Seit 2023 kommen vierteljährlich etwa 300 neue Antennenstandorte hinzu. Sollte dieses Tempo beibehalten werden, rechnet das Unternehmen damit, bis Ende 2024 weitere 1.500 Mobilfunkmasten in Betrieb zu nehmen. Aktuell deckt das Netz von 1&1 mehr als 25 Prozent der deutschen Haushalte ab, mit dem Ziel, bis 2030 über die Hälfte zu erreichen.

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Finanziell verzeichnete 1&1 im Jahr 2025 einen Umsatzanstieg von 1,8 Prozent auf etwa 4,1 Milliarden Euro. Der Nettogewinn brach jedoch stark ein und lag bei 166 Millionen Euro – fast nur noch die Hälfte des Vorjahreswerts. Verantwortlich dafür waren höhere Investitionen in den Netzausbau sowie gestiegene Roaming-Kosten, da Kunden automatisch auf die Infrastruktur von Vodafone umgeschaltet werden, sobald das eigene 1&1-Signal nicht verfügbar ist.

Gleichzeitig verlor der Festnetzbereich des Unternehmens, 1&1 Versatel, im Jahr 2025 rund 110.000 Breitbandkunden. Dieser Rückgang spiegelt einen allgemeinen Trend wider: Die Nachfrage nach klassischen Festnetzanschlüssen geht zurück.

Unternehmenschef Ralph Dommermuth wies Spekulationen über einen möglichen Verkauf an Telefónica zurück. Er betonte, dass 1&1 unabhängig bleiben und den Netzausbau weiter vorantreiben werde.

Obwohl das Mobilfunknetz von 1&1 stetig wächst, hinkt es den großen deutschen Anbietern noch hinterher. Mit kontinuierlichen Investitionen und einer klaren Expansionsstrategie strebt das Unternehmen an, bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als die Hälfte des Landes abzudecken. Die aktuellen Finanzzahlen zeigen jedoch, wie kostspielig der Aufbau eines neuen Netzes von Grund auf ist.

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