23 March 2026, 20:38

250 Frauen fordern schärfere Gesetze gegen Gewalt und Femizid in Deutschland

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration, die weiße Schilder halten, mit vielen anderen Mädchen im Hintergrund.

250 Frauen fordern schärfere Gesetze gegen Gewalt und Femizid in Deutschland

Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um männliche Gewalt in Deutschland zu bekämpfen. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen wie die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas und die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner. Ihre Forderungen umfassen schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt, eine klare Regelung zur sexuellen Einwilligung sowie die Anerkennung von Femizid als eigenständiges Straftatbestand.

Die Koalition drängt auf rasche gesetzliche Änderungen. Eine zentrale Forderung ist die Einführung von "Femizid" als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch. Zudem fordern sie ein "Ja-heißt-Ja"-Modell bei Sexualstraftaten, wonach Schweigen oder Passivität nicht länger als Zustimmung gewertet werden dürfen.

Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Bekämpfung digitaler Gewalt. Die Gruppe verlangt ein eigenes Digitalgewalt-Schutzgesetz, das schädliche Inhalte schnell löschen und Verantwortliche identifizieren soll. Konkret fordern sie ein Verbot von "Nacktbild"-Apps, die mithilfe von KI Personen auf Fotos ohne deren Einwilligung entkleiden. Zudem soll die Erstellung und Verbreitung nicht konsensualer, sexualisierter Deepfake-Inhalte unter Strafe gestellt werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Bundesregierung hat bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen. Justizministerin Stefanie Hubig treibt eine Neuregelung im Rahmen des § 201b StGB voran, die missbräuchliche Deepfakes ahnden soll. Dies folgt einer Initiative des Bundesrats aus dem Jahr 2025, die von Bayern angestoßen wurde. Der Gesetzentwurf, der Anfang 2026 weitgehend finalisiert sein soll, sieht Haftstrafen von bis zu zwei Jahren für die Verbreitung manipulierter Aufnahmen vor, die Persönlichkeitsrechte verletzen. In schweren Fällen, etwa bei schweren Eingriffen in die Privatsphäre, könnte die Strafe auf bis zu fünf Jahre erhöht werden.

Die Vorschläge zielen darauf ab, rechtliche Lücken beim Schutz von Opfern digitaler und geschlechtsspezifischer Gewalt zu schließen. Falls verabschiedet, würden die neuen Gesetze die Strafen für Deepfake-Missbrauch verschärfen und klarere Definitionen von Einwilligung einführen. Die Reaktion der Regierung deutet darauf hin, dass einige Forderungen bald umgesetzt werden könnten.

Quelle