50 Jahre später: Tourist gibt gestohlenen Hofbräuhaus-Krug mit rührendem Brief zurück
Christina Sorgatz50 Jahre später: Tourist gibt gestohlenen Hofbräuhaus-Krug mit rührendem Brief zurück
Ein Tourist hat fast 50 Jahre nach seinem Besuch einen Bierkrug an Münchens Hofbräuhaus zurückgegeben. Der Mann, der die berühmte Bierhalle 1976 besucht hatte, schickte den Krug mit einem Brief und 20 Euro als Entschädigung zurück. Seine Geste reiht sich in zahlreiche ähnliche Fälle ein, die im Laufe der Jahre gemeldet wurden.
In seinem Schreiben gestand der namentlich nicht bekannte Besucher, den Ein-Liter-Krug damals "versehentlich" mitgenommen zu haben. Nun habe er sich entschieden, ihn zurückzugeben – zusammen mit einer Zahlung zur Deckung der Kosten. Das Hofbräuhaus bestätigte den Erhalt des Kruges sowie des Geldes, das an die Initiative Bunte Münchner Kindl geht, die bedürftige Kinder in der Region unterstützt.
Solche Rückgaben sind keine Seltenheit. Die Bierhalle erhält pro Jahr etwa drei bis vier Briefe oder gestohlene Krüge. 2020 schickte eine Amerikanerin einen Krug zurück, den sie 55 Jahre zuvor aus dem Platzl-Bierkeller entwendet hatte. Aus den Unterlagen geht hervor, dass zwischen 2021 und 2026 rund 1.200 vermisste Hofbräuhaus-Krüge entweder zurückgegeben oder ersetzt wurden.
Trotz der häufigen Vorfälle führt das Hofbräuhaus keine individuelle Liste gestohlener Krüge. Es gibt zwar Sicherheitsvorkehrungen, um Diebstähle zu verhindern, doch die genauen Maßnahmen bleiben geheim. Heute kostet ein vergleichbarer Krug im Online-Shop der Bierhalle 19,95 Euro – fast dieselbe Summe, die der Tourist überwiesen hat.
Der zurückgegebene Krug gesellt sich zu einer langen Liste von Gegenständen, die im Laufe der Jahre ins Hofbräuhaus zurückgekehrt sind. Die 20 Euro kommen bedürftigen Kindern über eine lokale Hilfsorganisation zugute. Die Bierhalle hingegen geht mit solchen Fällen weiterhin diskret um – ohne offizielle Aufzeichnungen über vermisste Stücke zu führen.