02 April 2026, 12:39

AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampfinstrument mit neuer "Messer-App"

Ein schildförmiges Polizeibadge mit der Aufschrift "Polizei Berlin" auf einem blauen Hintergrund, einem weißen Rand und einem zentralen weißen Stern, das auf einer Oberfläche liegt.

AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampfinstrument mit neuer "Messer-App"

Messattacken in Berlin sind zum zentralen Wahlkampfthema geworden. Vor der anstehenden Wahl fordert der Berliner Landesverband der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) mehr Transparenz bei der Erfassung gewalttätiger Straftaten. Den Anstoß für die Kampagne gibt ein Anstieg der polizeilich erfassten Messerangriffe um 5,5 Prozent im vergangenen Jahr – allein 2024 wurden 3.412 Vorfälle registriert.

Die AfD hat nun ein digitales Tool mit dem Namen "Messer-App" eingeführt, das Angriffe kartiert und Verletzungen dokumentiert. Die Parteiführung wirft der regierenden Koalition vor, zentrale Details – darunter die Nationalitäten der Tatverdächtigen – zurückzuhalten. Berlin veröffentlicht diese Daten bis heute nicht.

Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Kristin Brinker, kritisiert, die Regierung liefere keine klaren Zahlen zu Gewaltkriminalität. Laut Partei zeigen Vergleiche zwischen Polizeiberichten und offiziellen Kriminalstatistiken Unstimmigkeiten bei der Erfassung auf. Mit einer neu veröffentlichten Übersicht zu Messerangriffen will die AfD diese "Transparenzlücke" schließen.

Berlin ist eines der wenigen Bundesländer, das die Nationalitäten von Tatverdächtigen bei Messerdelikten nicht preisgibt. Die AfD fordert die Veröffentlichung dieser Daten mit der Begründung, sie sei notwendig, um Kriminalitätsmuster zu analysieren. Allerdings gibt es keine offiziellen Zahlen dazu, wie viele der 2024 verübten Angriffe zu Verurteilungen führten. Gerichtsakten verzeichnen lediglich Einzelfälle – etwa eine 13-jährige Haftstrafe für einen islamistisch motivierten Angriff am Holocaust-Mahnmal 2025 sowie eine dreijährige Strafe für eine antisemitische Tat 2024, die derzeit in Berufung ist.

Die Linke wirft der AfD vor, mit ihrer Kampagne gezielt Ängste zu schüren und Migranten an den Pranger zu stellen. Gleichzeitig stieg auch die Schusswaffenkriminalität – 2025 verzeichnete die Polizei einen Anstieg um 68 Prozent. Die AfD-App zeigt nun Echtzeitdaten zu Messerangriffen, inklusive Tatorten und Verletzungsberichten, und untermauert damit die Forderung nach schärferen Strafgesetzen.

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Die Debatte um Messergewalt in Berlin dreht sich zunehmend um Datenoffenheit und politische Verantwortung. Zwar hat die AfD Lücken in der offiziellen Berichterstattung aufgedeckt, doch Kritiker warnen, die Kampagne könnte die Spaltung der Gesellschaft vertiefen. Angesichts fehlender umfassender Verurteilungsstatistiken und des gleichzeitigen Anstiegs von Messer- und Schusswaffengewalt bleibt das Thema ein politischer Zündstoff – und wird die Wahl entscheidend prägen.

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