24 May 2026, 04:39

AfD-Pläne in Sachsen-Anhalt lösen massive Kritik aus Bildung und Gesellschaft aus

Sachsen-Anhalt vor der Wahl: Warnungen vor AfD-Regierungsbeteiligung und ihren Folgen für Bildung, Gleichheit und Polizei

AfD-Pläne in Sachsen-Anhalt lösen massive Kritik aus Bildung und Gesellschaft aus

Mehrere Einrichtungen in Sachsen-Anhalt haben Bedenken geäußert, dass die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) möglicherweise an die Regierung kommen könnte. Kritiker warnen, dass die geplanten Vorhaben der Partei das Bildungssystem, die Gleichstellung der Geschlechter und zivilgesellschaftliche Institutionen im Land grundlegend verändern könnten. Experten befürchten weitreichende Folgen, falls die Pläne der AfD umgesetzt werden.

Die AfD hat umfassende Änderungen angekündigt, sollte sie an die Macht kommen. Dazu gehört die Abschaffung der Landeszentrale für politische Bildung, die durch ein „Landesinstitut für politische Bildung und kulturelle Identität“ ersetzt werden soll. Maik Reichel, der aktuelle Leiter der Landeszentrale, warnte, dass die Arbeit der Behörde unter AfD-Führung stark einseitig werden würde. Er bezeichnete den Ansatz der Partei als eine „extrem verengte Bildungs- und Kulturpolitik“.

Die Partei plant zudem, die Schulpflicht abzuschaffen, „Heimatkunde“ als Schwerpunktthema im Unterricht zu verankern und inklusive Klassen aufzulösen. Malte Gerken von der Bildungsgewerkschaft GEW sagte voraus, dass viele Lehrkräfte Sachsen-Anhalt verlassen würden, falls diese Pläne in Kraft treten. Eva Gerth, Landesvorsitzende der Gewerkschaft, fügte hinzu, dass unter einer AfD-Regierung möglicherweise weniger Forscher und Studierende in die Region kommen würden.

Im Bereich der Gleichstellungspolitik will die AfD das Amt der aktuellen Gleichstellungsbeauftragten Sachsen-Anhalts, Sarah Schulze, abschaffen und durch eine „Familienbeauftragte“ ersetzen. Schulze kritisierte diesen Schritt scharf und argumentierte, dass die Reduzierung von Frauen auf eine reproduktive Rolle einen Rückschritt für Gesellschaft und persönliche Freiheit bedeuten würde.

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Nancy Emmel, stellvertretende Vorsitzende der Polizeigewerkschaft des Landes, betonte, dass die Polizei dem Gesetz verpflichtet sei – und nicht einer politischen Partei oder Regierung.

Die von der AfD vorgeschlagenen Reformen stoßen bei Bildungsvertretern, Polizeiführern und zivilgesellschaftlichen Akteuren auf starken Widerstand. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten sie den Schulbetrieb, die Förderung der Gleichstellung und die politische Bildungsarbeit im Land grundlegend verändern. Die Warnungen spiegeln die breiten Sorgen über den möglichen Einfluss der AfD auf die Zukunft Sachsen-Anhalts wider.

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