Aktivist ketten sich an Magdeburger Dom für Sachsen-Anhalts Autonomie
Stefan TrubinAktivist ketten sich an Magdeburger Dom für Sachsen-Anhalts Autonomie
Ein 43-jähriger Mann hat sich aus Protest gegen eine mögliche Bundesintervention in Sachsen-Anhalt an das Tor des Magdeburger Doms gekettet. Maik Sawatzke, der sich selbst als Aktivist bezeichnet, fordert mehr Autonomie für das Bundesland – darunter die Wiederzulassung von FKK-Sonnenbaden und ein Ende von Zwangsehen. Seine Aktion fällt in eine Zeit, in der die rechtspopulistische AfD sich auf die anstehenden Landtagswahlen vorbereitet und für den Fall eines Wahlsiegs ankündigt, rechtliche Normen infrage zu stellen.
Sawatzke, bekannt für seine ungewöhnliche Karriere als professioneller Quizkandidat, gibt an, seinen Lebensunterhalt mit Teilnahme an Ratesendungen zu bestreiten. In der Vergangenheit arbeitete er zudem als bezahlter Demonstrant und trat häufig bei Kundgebungen der AfD auf. Bei einer solchen Veranstaltung wurde er einmal zu Hause bestohlen, während er sich auf ein Quiz vorbereitete – sein Portemonnaie wurde entwendet.
Trotz desselben Nachnamens sind Sawatzke und seine Partnerin Uta nicht standesamtlich verheiratet. Uta bezeichnet sich selbst als „Hausfrau im besten Sinne des Wortes“ und beteiligt sich nicht an der Protestaktion. Sawatzkes jüngste Aktion richtet sich gegen die Befugnis der Bundesregierung, Landesentscheidungen zu überstimmen – ein Instrument, das die Politik Sachsen-Anhalts blockieren könnte, falls sie als verfassungswidrig eingestuft wird.
Der Wahlkampf der AfD hat die Debatten über die Souveränität der Länder verschärft. Die Partei hat offen erklärt, sich im Falle eines Sieg in der Landtagswahl der Bundesautorität widersetzen zu wollen. Sawatzkes Protest unterstützt diese Haltung, auch wenn seine Methoden eigenwillig bleiben.
Die Demonstration unterstreicht die Spannungen zwischen Landes- und Bundespolitik vor der Wahl. Sollte die AfD die Mehrheit erringen, könnten ihre angekündigten rechtlichen Herausforderungen zu direkten Konflikten mit Berlin führen. Vorerst bleibt Sawatzke an den Domtoren gekettet und lenkt so die Aufmerksamkeit auf seine Forderungen nach einem unabhängigeren Sachsen-Anhalt.






