Baugewerbe schafft Lohnungleichheit zwischen Ost und West nach 35 Jahren ab
Franz-Peter SchachtBaugewerbe schafft Lohnungleichheit zwischen Ost und West nach 35 Jahren ab
Historischer Tarifabschluss: Baugewerbe schafft Lohnungleichheit zwischen Ost und West ab
Die deutsche Bauwirtschaft hat einen bahnbrechenden Tarifvertrag abgeschlossen, der nach Jahrzehnten die Lohnunterschiede zwischen Beschäftigten in Ost- und Westdeutschland beseitigt. Das als historisch bezeichnete Abkommen führt das Prinzip "Ein Land, ein Lohn, ein Gehalt" ein – 35 Jahre nach der Wiedervereinigung. Davon profitieren direkt rund 320.000 Arbeitnehmer:innen im Osten, wo die Löhne künftig stärker steigen werden als im Westen.
Der neue Flächentarifvertrag gilt für etwa 920.000 Bauarbeiter:innen in ganz Deutschland. Von ihnen sind über 600.000 im Westen beschäftigt, während knapp 320.000 im Osten arbeiten. Laut Vereinbarung steigen die Löhne im Osten um 5,3 Prozent, während die Kolleg:innen im Westen eine Erhöhung von 3,9 Prozent erhalten.
Carsten Burckhardt, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft IG BAU, bezeichnete den Abschluss als Meilenstein. Das Abkommen beseitigt die seit der Wiedervereinigung fortbestehenden Ungleichheiten und verlängert die aktuellen Lohnbedingungen bis zum 31. März 2027 – was für langfristige Planungssicherheit sorgt.
Die Lohnanpassung bedeutet, dass Bauarbeiter:innen in Ost und West erstmals für dieselben Tätigkeiten gleich bezahlt werden. Rund 320.000 Beschäftigte im Osten erhalten künftig höhere Gehaltssteigerungen als ihre Kolleg:innen im Westen. Damit endet offiziell eine über drei Jahrzehnte andauernde Ära ungleicher Behandlung.






