Berlin schlägt gegen illegales Glücksspiel und organisierte Kriminalität zu
Stefan TrubinBerlin schlägt gegen illegales Glücksspiel und organisierte Kriminalität zu
Die Berliner Behörden haben eine großangelegte Razzia gegen illegales Glücksspiel gestartet und dabei 120 Spielautomaten beschlagnahmt, die mit der organisierten Kriminalität in Verbindung stehen. Bei der Aktion am 18. März wurden mutmaßliche kriminelle Netzwerke in der gesamten Stadt ins Visier genommen. Gleichzeitig drängt der Berliner Senat auf strengere Bundesgesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche und Vermögensverschleierung.
Rund 400 Beamte verschiedener Behörden durchsuchten an einem einzigen Tag 74 Standorte. Die beschlagnahmten Automaten hatten etwa 180.000 Euro Umsatz erwirtschaftet, von denen Ermittler annehmen, dass sie an kriminelle Gruppen flossen. Illegale Glücksspielaktivitäten gelten als bekanntes Betätigungsfeld organisierter Verbrechersyndikate.
Der Berliner Senat fordert nun auf Bundesebene eine Umkehr der Beweislast in bestimmten Fällen. Nach dem Vorschlag müssten Beschuldigte nachweisen, dass ihr Vermögen legal erworben wurde – andernfalls droht ihnen der Verlust. Diese Maßnahme findet bereits bei der Mehrheit der Länder im Bundesrat Unterstützung.
Seit August 2023 haben die Behörden erfolgreich rund 330.000 Euro aus illegalen Geschäften eingezogen. In laufenden Verfahren geht es um über zwei Millionen Euro, während gesicherte Vermögenswerte etwa sieben Millionen Euro umfassen. Auch die bei der jüngsten Razzia beschlagnahmten Einnahmen sollen nach den Regeln der Vermögensabschöpfung eingezogen werden.
Die Aktion unterstreicht Berlins verschärfte Bemühungen, Strukturen der organisierten Kriminalität zu zerschlagen. Sollten die geplanten Gesetzesänderungen in Kraft treten, geraten Beschuldigte in Finanzermittlungen stärker unter Druck, ihre Vermögensherkunft zu erklären. Die beschlagnahmten Automaten und Gelder markieren einen weiteren Schritt im Kampf gegen illegale Glücksspielringe in der Stadt.






