Berliner Kulturverwaltung: Rücktritt nach Fördermittel-Skandal – Evers übernimmt kommissarisch
Franz-Peter SchachtBerliner Kulturverwaltung: Rücktritt nach Fördermittel-Skandal – Evers übernimmt kommissarisch
In Berlins Kulturverwaltung steht ein Wechsel an der Spitze: Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag von ihrem Amt zurück. Der Rücktritt erfolgte nach einem kritischen Prüfbericht des Landesrechnungshofs, der auf Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Fördermitteln hinwies. Bis zur Landtagswahl im September 2023 übernimmt nun Stefan Evers, der derzeitige Finanzsenator der Stadt, kommissarisch die Leitung.
Der Rückzug Wedl-Wilsons war durch einen Bericht der Berliner Rechnungsprüfungsbehörde ausgelöst worden. Dieser hatte ergeben, dass sie Mittel für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus rechtswidrig bewilligt hatte. Mit ihrem Rücktritt blieb die Position zunächst unvergeben, ohne dass direkt ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin feststand.
Ursprünglich war Thomas Heilmann (CDU) für das Amt im Gespräch. Doch im Rahmen einer Sitzung der CDU-Kreisvorsitzenden änderte sich die Entscheidung. Stattdessen fiel die Wahl auf Stefan Evers – aufgrund seiner finanziellen Expertise und seiner starken kulturellen Affinität.
Bürgermeister Kai Wegner, der zugleich den Berliner CDU-Landesverband führt, nahm an der Sitzung teil, in der Evers bestimmt wurde. Evers ist bereits jetzt für die Haushaltsverhandlungen der Hauptstadt zuständig und wird beide Aufgaben vorerst parallel wahrnehmen.
In den kommenden Monaten wird Evers die Senatsverwaltung für Kultur leiten. Die Doppelfunktion übernimmt er im Vorfeld der Berliner Landtagswahl im September 2023. Mit der Entscheidung soll das Ressort bis zur Ernennung einer dauerhaften Lösung stabilisiert werden.






