30 April 2026, 10:36

Klingbeil plant Steuerreform: Krypto-Gewinne und Hinterziehung im Visier

Tortendiagramm, das die Marktkapitalisierungen von Kryptowährungen im Jahr 2016 zeigt, mit Segmenten für Bitcoin, Ethereum, Litecoin und andere Kryptowährungen auf einem weißen Hintergrund.

Klingbeil plant Steuerreform: Krypto-Gewinne und Hinterziehung im Visier

Bundesfinanzminister plant Steuerreform: 2 Milliarden Euro mehr bis 2027 durch strengere Regeln für Kryptowährungen und Steuerhinterziehung

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat Pläne vorgestellt, bis 2027 zusätzliche Einnahmen in Höhe von 2 Milliarden Euro zu erzielen. Im Fokus stehen dabei Krypto-Investoren sowie eine verschärfte Bekämpfung von Steuerhinterziehung. Bisher sehen die deutschen Regelungen vor, dass Gewinne aus Kryptowährungen steuerfrei bleiben, wenn diese länger als ein Jahr gehalten werden – eine Praxis, die nun auf den Prüfstand kommt.

Nach geltendem Recht zahlen Anleger in Deutschland keine Steuern auf Krypto-Gewinne, sofern sie die Vermögenswerte mindestens zwölf Monate lang halten. Verkäufe innerhalb eines Jahres unterliegen hingegen dem persönlichen Einkommensteuersatz, wobei Gewinne unter 1.000 Euro steuerfrei bleiben. Diese einjährige Befreiungsregel macht Deutschland in Europa zum Sonderfall, da die meisten Länder Krypto-Gewinne unabhängig von der Haltedauer besteuern.

Finanzminister Klingbeil will diese steuerfreie Frist abschaffen und bezeichnet sie als wichtige Einnahmequelle. Sein Vorschlag sieht vor, die Besteuerung von Kryptowährungen an andere Wertpapiere anzugleichen – mit einer pauschalen Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich weiterer Abgaben. Zudem sind schärfere Prüfungen und höhere Strafen für Steuerhinterzieher geplant. Die Behörden überwachen bereits jetzt kurzfristige Krypto-Transaktionen genauer.

Eine neue EU-Richtlinie wird Provider bald verpflichten, Transaktionsdaten, Vermögensbestände und Nutzerinformationen zu melden. Damit sollen Schlupflöcher geschlossen und Steuerhinterziehung erschwert werden. Noch unklar ist jedoch, ob die Reformen auch Bestandsinvestoren betreffen werden. Österreich führte 2022 eine ähnliche Steuerreform ein – inklusive Übergangsregelungen –, und Deutschland könnte diesem Beispiel folgen.

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Bevor Änderungen in Kraft treten, müssen Bundestag und Bundesrat über den Vorschlag beraten. Ein formeller Gesetzentwurf wird nötig sein, um die Krypto-Besteuerung zu reformieren, einschließlich eines möglichen Wechsels zu einem einheitlichen Steuersatz.

Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde Deutschland seine Krypto-Steuerpolitik an den europäischen Standard angleichen. Die Reformen würden die Kontrolle verschärfen und die Strafen für Steuervergehen erhöhen. Die Regierung rechnet damit, durch die Maßnahmen bis 2027 zusätzliche Einnahmen von 2 Milliarden Euro zu generieren.

Quelle