Berlins Clubkultur feiert sich selbst – ein Festival für die Nacht und ihre Geschichte
Stefan TrubinBerlins Clubkultur feiert sich selbst – ein Festival für die Nacht und ihre Geschichte
Berlins Clubszenen rücken diesen Herbst in den Mittelpunkt – mit dem Festival "Tag der Clubkultur"
Vom 3. bis 12. Oktober verwandelt das Festival die Hauptstadt in eine Bühne für über 100 Veranstaltungen in legendären Locations und versteckten Orten. Organisiert von der Clubkommission Berlin, feiert es den kulturellen und politischen Einfluss des Nachtlebens in der Stadt.
Die Wurzeln des Festivals reichen bis zum Mauerfall 1989 zurück. Nach der Wiedervereinigung wurden verlassene Industriebrachen und ehemalige Grenzgebiete zu Hochburgen des Underground-Techno. Der Tresor Club eröffnete 1991 in einem stillgelegten Banktresor am Potsdamer Platz und wurde schnell zum Symbol der neu gewonnenen kreativen Freiheit. Andere Clubs wie das E-Werk oder das Berghain folgten und verwandelten verfallene Räume in pulsierende Tanzflächen.
Das diesjährige Programm umfasst etablierte Clubs und ungewöhnliche Spielstätten. Neben dem KitKat Club, der Cassiopeia, dem Goldengate und dem Ohm finden Veranstaltungen auch in kleineren Pop-up-Locations in Kreuzberg, Mitte, Neukölln und Wedding statt. Der Tipsy Bear in Prenzlauer Berg präsentiert am 4. Oktober um 17 Uhr eine Drag-Show, während das Haus der Visionäre gemeinsam mit dem Club der Visionäre und dem CTM-Festival am 2. Oktober von 22 Uhr bis 8 Uhr morgens ein zehnstündiges Event veranstaltet.
Auch Film und Diskussionen stehen auf dem Programm. Am 3. Oktober wird Mark Reeders Dokumentarfilm "B-Movie – Lust & Sound in West-Berlin 1979–1989" gezeigt, der die kulturelle Explosion der Stadt nach dem Mauerfall einfängt. Das Festival will insgesamt verdeutlichen, wie die Partyszene das soziale und politische Leben Berlins prägt.
Der Tag der Clubkultur vereint die vielfältigen Facetten des Berliner Nachtlebens – von legendären Clubs bis zu experimentellen Räumen. Das vollständige Programm mit Zeiten und Orten gibt es auf der offiziellen Website *tagderclubkultur.berlin*. Bis zum 12. Oktober erwartet Besucher eine Mischung aus Musik, Performance und Debatte.