Bierkrise in Deutschland: Warum Bitburger jetzt auf Fußball und alkoholfreie Biere setzt
Claire MühleBierkrise in Deutschland: Warum Bitburger jetzt auf Fußball und alkoholfreie Biere setzt
Bierkonsum in Deutschland bricht stark ein – Produktion sinkt 2025 um fast sechs Prozent
Veränderte Gewohnheiten, wirtschaftliche Belastungen und ein Trend zu gesünderen Lebensstilen haben den Bierkonsum in Deutschland deutlich zurückgehen lassen. Gleichzeitig feiert die Brauerei Bitburger ein Comeback als offizieller Partner der Nationalmannschaft – nach Jahren der Abwesenheit.
Bitburger hatte 2018 seine seit 25 Jahren bestehende Sponsoring-Partnerschaft mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) beendet. Damals begründete die Brauerei den Schritt mit Unzufriedenheit über die Ausrichtung des Verbandes. Nun, vor der WM 2026 in Nordamerika, kehrt das Unternehmen zurück – mit dem Ziel, die Markenpräsenz zu stärken und den Absatz spezieller Produkte zu steigern.
Geschäftsführer Stefan Schmitz betont, dass die Nationalmannschaft und der DFB heute einen „bodenständigeren und bescheideneren“ Ansatz verfolgten. Diese veränderte Haltung habe Bitburgers Entscheidung zur Rückkehr beeinflusst.
Während der Absatz klassischer Biere schwächelt, boomt der alkoholfreie Markt. Bitburger führt den Markt bei Bier mit 0,0 Prozent Alkohol an und verzeichnet zweistellige Wachstumsraten – sowohl beim Absatz als auch beim Umsatz. Das Unternehmen plant, diese Getränke nicht länger nur als Bier-Alternativen, sondern als etablierte Erfrischungsgetränke zu positionieren. Im Mittelpunkt der Marketingstrategie steht die Vermarktung als gesündere Option im Vergleich zu zuckerhaltigen oder kalorienreichen Getränken.
Die Gesamtproduktion von Bier in Deutschland ging im vergangenen Jahr um fast sechs Prozent zurück, wobei Bitburger noch stärker als der Branchendurchschnitt einbrach. Die Deutschen trinken weniger – vor allem den dritten Abendbier verzichten viele inzwischen. Weniger Ausgehabende und ein kultureller Wandel weg vom Alkohol belasten die Verkäufe zusätzlich.
Bitburgers Rückkehr ins Fußball-Sponsoring fällt in eine Phase, in der der klassische Bierabsatz weiter schrumpft. Die Brauerei setzt auf alkoholfreie Produkte und prominente Partnerschaften, um Wachstum zu generieren. Mit der bevorstehenden WM will das Unternehmen seine Marktposition festigen und eine neue Generation von Konsumenten ansprechen.






