31 May 2026, 22:32

Wirtschaftseliten uneins: Soll die AfD aus der Isolation geholt werden?

Wirtschaft streitet über die Behandlung der AfD

Wirtschaftseliten uneins: Soll die AfD aus der Isolation geholt werden?

In der deutschen Wirtschaftswelt zeichnet sich eine wachsende Spaltung ab, wenn es um den Umgang mit der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) geht. Während einige Unternehmer das Ende des langjährigen Cordon sanitaire – einer politischen Ausgrenzung der Partei – fordern, bestehen große Wirtschaftsverbände auf Distanz. Die Debatte spiegelt die Spannungen zwischen Demokratieverständnis, Extremismus und wirtschaftlicher Stabilität wider.

Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob der Ausschluss der AfD aus politischen und wirtschaftlichen Diskussionen weiterhin gerechtfertigt ist. Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des Bekleidungsherstellers Trigema, befürwortet zwar Zuwanderung, argumentiert aber, dass die Ausgrenzung einer demokratisch gewählten Partei demokratische Grundsätze untergräbt. Seine Haltung steht für eine wachsende Forderung einiger Wirtschaftsführer, den Cordon sanitaire aufzugeben.

Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus Group, behauptet, die Blockade behindere politischen und wirtschaftlichen Fortschritt. Er warnt, dass die Weigerung, mit der AfD ins Gespräch zu kommen, zu Stillstand führe und Entscheidungsprozesse lähme. Die Unternehmerin Sarna Rößer kritisiert die Ausgrenzung als arroganten Akt der etablierten Parteien und meint, sie schüre eher Ressentiments als Dialog zu fördern.

Doch der Widerstand bleibt in den wichtigsten Wirtschaftsverbänden stark. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), lehnt eine Aufhebung des Cordon sanitaire ab und verweist auf die Gefahr, extremistische Kräfte zu stärken. Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbands, teilt diese Sorge und argumentiert, dass eine Plattform für die AfD die soziale Marktwirtschaft Deutschlands bedrohe.

Dirk Jandura, Präsident des Bundesgroßhandel-, Außenhandel-, Dienstleistungs-Verbands (BGA), vertritt eine bedingte Position. Er betont, dass ein Dialog mit der AfD erst möglich sei, wenn sich die Partei klar von Extremismus distanziere. Die großen Verbände halten vorerst an ihrer Politik der Nicht-Zusammenarbeit fest.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Spaltung unter den Wirtschaftseliten offenbart tiefe Unsicherheit darüber, wie demokratische Teilhabe mit den Risiken des Extremismus in Einklang zu bringen ist. Während die Verbände an ihrer Ablehnung festhalten, fordert eine lautstarke Minderheit von Unternehmern ein Umdenken. Der Ausgang dieser Debatte könnte die politische und wirtschaftliche Landschaft Deutschlands in den kommenden Jahren prägen.

Quelle