Bundeswehr setzt auf Rheinmetalls "Raider"-Drohnen für Milliardenauftrag
Christina SorgatzBundeswehr setzt auf Rheinmetalls "Raider"-Drohnen für Milliardenauftrag
Das deutsche Verteidigungsministerium treibt die Beschaffung von sogenannten "Kamikaze-Drohnen" – auch als "Loitering Munitions" bekannt – mit Nachdruck voran. Als jüngster Schritt beantragte es beim Haushaltsausschuss des Bundestags eine Finanzierung in Höhe von 25 Millionen Euro für das "Raider"-System des Rüstungskonzerns Rheinmetall. Die als "bahnbrechende Neuentwicklung" bezeichnete Drohne soll ein zentraler Bestandteil der langstreckigen Präzisionsschlagfähigkeiten der Bundeswehr werden.
Geplant ist der Abschluss eines Rahmenvertrags mit Rheinmetall im Gesamtvolumen von 2,387 Milliarden Euro. Im Rahmen dieses Abkommens wird eine erste Bestellung im Umfang von knapp 300 Millionen Euro erwartet. Der Vertrag umfasst nicht nur die "Raider"-Drohnen selbst, sondern auch Bodenstationen, Luftfahrtsysteme, Schulungsmaterialien und Simulatoren sowie ein erstes Ausbildungsprogramm für die Bedienkräfte.
Die "Raider"-Drohnen ergänzen andere bereits ausgewählte "Loitering-Munition"-Systeme der Bundeswehr. Anfang dieses Jahres sicherten sich die Unternehmen Helsing und Stark Defence einen Auftrag über 540 Millionen Euro für mittelstreckige Systeme, während der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems noch für die Integration in das "PULS"-Raketenartillerie-Programm geprüft wird. Rheinmetalls System hebt sich insbesondere durch seine optischen Sensoren hervor, die mit den bestehenden Drohnen zusammenarbeiten sollen.
Allerdings ist der Deal an strenge Auflagen geknüpft: Rheinmetall muss bis Ende April 2027 sämtliche Qualifikationsanforderungen für die "Raider"-Drohne erfüllen. Sollte das Unternehmen dies nicht schaffen, behält sich das Ministerium das Recht vor, vom Vertrag zurückzutreten. Bisher wurden Abgeordnete weder über die Stückpreise noch über die genauen Liefermengen der Drohnen informiert.
Am gesamten Beschaffungsprojekt sind drei Hersteller beteiligt. Der 2,4-Milliarden-Euro-Rahmenvertrag mit Rheinmetall wurde am 31. März 2026 bekannt gegeben, während der Auftrag für Helsing und Stark Defence bereits am 25. Februar 2026 genehmigt wurde. Elbit Systems war bereits Anfang 2025 ausgewählt worden. Großvolumige Munitionsverträge werden bis Ende 2026 erwartet, mit ersten Lieferungen ab 2030 und jährlichen Folgelieferungen danach.
Die "Raider"-Drohnen sollen Teil der wachsenden langstreckigen Schlagfähigkeiten Deutschlands werden. Während die Rahmenverträge noch finalisiert werden, strebt die Bundeswehr an, diese Systeme in den kommenden Jahren in ihre Operationsfähigkeit zu integrieren. Der aktuelle Finanzierungsantrag des Ministeriums markiert den ersten konkreten Schritt zur Beschaffung der Rheinmetall-Technologie.






