10 April 2026, 22:32

Cannabis-Legalisierung in Brandenburg scheitert an Schwarzmarkt und Verkehrssicherheit

Gruppe von Menschen um ein Auto mit einer "Legalise Cannabis Ireland"-Plakette versammelt, Papiere im Inneren des Fahrzeugs sichtbar, vor einem Gebäude und einem klaren Himmel.

Cannabis-Legalisierung in Brandenburg scheitert an Schwarzmarkt und Verkehrssicherheit

Zwei Jahre nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat Brandenburgs Innenminister Jan Redmann eingeräumt, dass die Reform das Ziel verfehlt hat, den Schwarzmarkt einzudämmen. Trotz der Einführung von Anbauvereinen und gelockerter Besitzregeln florieren illegale Händler weiterhin. Gleichzeitig haben cannabisbedingte Verkehrsvorfälle zugenommen, was Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit weckt.

Die Teillegalisierung von Cannabis trat am 1. April 2024 in Kraft und erlaubt Erwachsenen unter strengen Auflagen den Besitz und Konsum der Droge. Seit dem 1. Juli 2024 dürfen nicht-kommerzielle Anbauvereine – begrenzt auf 500 Mitglieder – Cannabis ausschließlich für ihre Mitglieder anbauen und verteilen.

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In Brandenburg wurden bisher 21 solche Vereine genehmigt, sechs weitere Anträge befinden sich noch in der Prüfung. Bei Kontrollen gab es bislang weder Verstöße noch verhängte Bußgelder. Dennoch betont Redmann, dass das legale Angebot aus diesen Vereinen und der private Eigenanbau den Bedarf bei Weitem nicht decken.

Die CDU-Landespartei reagierte mit dem Vorstoß, das Gesetz rückgängig zu machen. Im Februar stimmten die Delegierten für eine vollständige Abschaffung der Teillegalisierung. Redmann argumentiert, der Schwarzmarkt bleibe dominant und profitiere sogar von den neuen Regelungen. Sein Ministerium warnt, dass kriminelle Netzwerke Cannabis-Verkäufe nutzen, um den Vertrieb härterer Drogen auszuweiten.

Auch die Verkehrssicherheitsdaten nähren die Kritik. Die Zahl der Verdachtsfälle von Fahren unter Cannabis-Einfluss stieg um 31,5 Prozent – von 1.313 im Jahr 2024 auf 1.727 im Jahr 2025. Verkehrsunfälle, die mit Cannabis-Konsum in Verbindung stehen, nahmen ebenfalls leicht zu, von 115 auf 119 im selben Zeitraum.

Die eigentlichen Ziele der Reform – die Reduzierung illegaler Geschäfte und die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit – wurden in Brandenburg nicht erreicht. Angesichts ausbleibender Rückgänge beim Schwarzmarkt und eines deutlichen Anstiegs der Drogenfahrten drängt die Landes-CDU nun auf eine vollständige Rücknahme des Gesetzes. Die Debatte über die Cannabis-Regulierung in Deutschland dürfte damit weitergehen.

Quelle