Deutsche Bahn droht Pünktlichkeitsziel der Regierung zu verfehlen – ohne Milliarden fehlt der Takt
Franz-Peter SchachtDeutsche Bahn droht Pünktlichkeitsziel der Regierung zu verfehlen – ohne Milliarden fehlt der Takt
Die Deutsche Bahn hat gewarnt, dass ihre Züge die Pünktlichkeitsziele der Bundesregierung ohne dringend benötigte Zusatzmittel verfehlen werden. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hatte das Ziel ausgegeben, bis Ende 2029 einen Anteil von 70 Prozent pünktlicher Verbindungen zu erreichen. Doch der Bahnkonzern erklärt nun, dieses Vorhaben sei gefährdet, sofern nicht Milliarden zusätzlich investiert würden.
Aus internen Unterlagen der Deutschen Bahn geht hervor, dass bis 2030 mindestens 13 Milliarden Euro mehr erforderlich sind, allein um das bestehende Streckennetz zu erhalten. Ohne diese Mittel rechnet das Unternehmen damit, dass die Pünktlichkeitsquote bis Ende des Jahrzehnts auf unter 60 Prozent sinken wird – und damit deutlich unter Schnieders 70-Prozent-Marke bleibt.
Vorstandschefin Evelyn Palla fordert eine spürbare Aufstockung der Mittel für die bestehende Schieneninfrastruktur. Sie argumentiert, dass zusätzliche Investitionen nicht nur die 70-Prozent-Pünktlichkeit sichern, sondern auch dabei helfen würden, weitere Ziele aus dem Bahnprogramm des Ministers zu erreichen. Falls die Bundesregierung ihre bisherigen Fördermittel beibehält, schätzt die Deutsche Bahn, dass sich die Pünktlichkeit immerhin um weitere fünf Prozentpunkte verbessern könnte.
Die Warnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern unter wachsendem Druck steht, die alternde Infrastruktur zu modernisieren und Verspätungen zu reduzieren. Schnieders Zielvorgabe für 2029 sollte die Deutsche Bahn zu mehr Zuverlässigkeit bewegen – doch der Betreiber besteht darauf, dass dies ohne einen massiven finanziellen Schub nicht zu schaffen sei.
Die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bahn offenbart eine klare Finanzierungslücke: Fehlen bis 2030 die zusätzlichen 13 Milliarden Euro, wird das Schienennetz Mühe haben, den Zugverkehr pünktlich aufrechtzuerhalten. Ob der Konzern die Regierungsvorgaben erfüllen kann, hängt nun davon ab, ob die Ministerien bereit sind, die Investitionen zu erhöhen.






