Deutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Programm für afrikanische Handelsfinanzierung
Stefan TrubinDeutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Programm für afrikanische Handelsfinanzierung
Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungsprogramm zu starten. Die Initiative zielt darauf ab, den Handel mit Finanzierungslösungen in unterversorgten afrikanischen Märkten zu stärken. Viele Unternehmen auf dem Kontinent kämpfen derzeit mit eingeschränktem Zugang zu Kapital und sind daher auf Bargeschäfte angewiesen.
Die Partnerschaft markiert die erste formelle Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen. Sie erfolgt zu einer Zeit, in der große internationale Banken ihre Präsenz in Afrika zurückfahren und damit eine wachsende Finanzierungslücke hinterlassen.
Afrika leidet unter einem schweren Mangel an Handelsfinanzierung – die Afrikanische Entwicklungsbank schätzt die jährliche Lücke auf 100 Milliarden Dollar. Besonders betroffen sind kleinere Märkte wie Sambia, Äthiopien und Ruanda. Ohne ausreichende Finanzierung sind Unternehmen oft auf Barzahlungen angewiesen, was die Liquidität belastet und das Wachstum bremst.
Das neue Programm funktioniert als unfundiertes Risikobeteiligungsmodell. Die BII übernimmt dabei eine Absicherungsfunktion und unterstützt die lokalen Partnerinstitute der Deutschen Bank. Diese Struktur verringert das Risiko für Kreditgeber und verbessert gleichzeitig den Zugang zu Krediten für afrikanische Unternehmen.
Der Schritt steht im Kontext eines breiteren Trends, bei dem sich internationale Banken zunehmend aus Afrika zurückziehen. In den letzten fünf Jahren haben mindestens zehn große Geldinstitute – darunter Standard Chartered, Barclays und Citibank – ihre Aktivitäten auf dem Kontinent entweder eingestellt oder deutlich reduziert. Besonders betroffen sind westafrikanische Länder wie Nigeria und Ghana sowie ostafrikanische Volkswirtschaften wie Kenia und Südafrika.
Unterdessen hat die Deutsche Bank Veränderungen in ihrer Führungsetage vorgenommen. Gerald Podobnik wurde zum Co-Leiter der globalen Unternehmenssparte der Bank ernannt und übernimmt die Position von Ole Matthiessen. Er wird das Amt gemeinsam mit Michael Diederich ausüben.
Das 150-Millionen-Dollar-Programm soll die Handelsfinanzierung für Unternehmen in unterversorgten afrikanischen Märkten verbessern. Durch die Risikoteilung mit der BII will die Deutsche Bank mehr Kreditvergaben in Regionen fördern, in denen Finanzmittel knapp geworden sind. Die Aktie der Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.