DGB-Chefin Fahimi warnt vor sechs Jahren Wirtschaftskrise und fordert radikale Reformen
Franz-Peter SchachtDGB-Chefin Fahimi warnt vor sechs Jahren Wirtschaftskrise und fordert radikale Reformen
Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), hat vor der weiterhin kritischen Wirtschaftslage in Deutschland gewarnt. Bei einer Veranstaltung in Berlin sprach sie von sechs Jahren der Stagnation und betonte die Dringlichkeit von Gegenmaßnahmen. Ihre Äußerungen unterstrichen die Herausforderungen für die Industrie und die Bedeutung gezielter staatlicher Eingriffe.
Fahimi zeichnete ein düsteres Bild der deutschen Wirtschaft und bezeichnete die aktuelle Stagnation als ein „sehr ernstes“ Problem. Sie verwies auf den globalen Wettbewerb mit China und den USA und argumentierte, dass die Vorstellung eines „fairen Wettbewerbs“ in der Industriepolitik nicht mehr haltbar sei. Ohne entschlossenere Schritte drohe Deutschland weiter zurückzufallen, warnte sie.
Die DGB-Chefin sprach sich für konkrete Initiativen zum Erhalt von Industriearbeitsplätzen aus, darunter die Produktion von grünem Stahl, die Elektromobilität und subventionierte Industrie-Strompreise. Gleichzeitig lehnte sie Forderungen nach pauschalen, undifferenzierten Ausgaben ab und bezeichnete solche Ansätze als unwirksam. Stattdessen plädierte sie für präzise Investitionen in Schlüsselbranchen.
Bei der Debatte um Arbeitsmarktreformen wies Fahimi Vorschläge zur Lockerung der Arbeitszeitregelungen als „absurd“ zurück – insbesondere für Unternehmen, die bereits mit schwacher Nachfrage kämpften. Zudem betonte sie die Notwendigkeit besserer Ausbildungsprogramme und einer stärkeren Einbindung von Frauen in den Arbeitsmarkt.
Obwohl sie sich offen für eine Zusammenarbeit mit der Bundesregierung zeigte, machte Fahimi deutlich, dass die Gewerkschaften ihre Rolle nicht überschreiten würden. Sie schloss jede Vorstellung aus, dass Gewerkschaften politische Entscheidungen anführen oder in koalitionsähnliche Verhandlungen eintreten könnten. Eine klare Trennung zwischen Regierungs- und Parlamentsverantwortung müsse gewahrt bleiben, insistierte sie.
Fahimis Aussagen unterstreichen den Druck auf Deutschland, seine Industriestrategie zu überarbeiten. Angesichts anhaltender Stagnation und des Vorsprungs globaler Konkurrenten forderte sie gezielte Maßnahmen statt undifferenzierter Ausgabenprogramme. Die Diskussion verlagert sich nun darauf, wie Politik und Wirtschaft auf diese Herausforderungen reagieren werden.






