Dierfeld schafft perfekte Wahlbeteiligung mit nur acht Wählern in Rheinland-Pfalz
Stefan TrubinDierfeld verzeichnet 100-prozentige Wahlbeteiligung - Dierfeld schafft perfekte Wahlbeteiligung mit nur acht Wählern in Rheinland-Pfalz
Dierfeld, die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, sorgt für Schlagzeilen, nachdem sie bei der jüngsten Landtagswahl eine perfekte Wahlbeteiligung erreichte. Mit nur acht wahlberechtigten Bürgern sorgte das Dorf dafür, dass jede Stimme abgegeben wurde – trotz seiner winzigen Einwohnerzahl von 15 Personen. Der Einsatz unterstreicht die Herausforderungen, vor denen Deutschlands kleinste Gemeinden stehen, um demokratische Prozesse aufrechtzuerhalten.
Dierfeld, in dem 15 Menschen leben, besteht hauptsächlich aus Familienmitgliedern und Angestellten des örtlichen Gutshofs. Die Wurzeln des Dorfes reichen bis zu einem Jagdschloss aus dem 16. Jahrhundert zurück, das später von der Familie von Greve erworben wurde. Noch heute prägt der Gutshof den Alltag im Ort.
Für die Landtagswahl schloss sich Dierfeld mit dem Nachbarort Manderscheid zusammen, um einen gemeinsamen Wahlbezirk zu bilden. Diese Kooperation war notwendig, um die gesetzliche Vorgabe von mindestens 30 Stimmzetteln pro Wahlurne zu erfüllen und so die Wahlgeheimhaltung zu gewährleisten. Alle acht wahlberechtigten Einwohner gaben ihre Stimme ab, wobei der Bürgermeister die Stimmzettel persönlich einsammelte und per Post verschickte.
Das Dorf engagiert sich zudem im Bereich erneuerbare Energien: Aktuell entsteht eine 15 Hektar große Solaranlage, deren Erträge in lokale gemeinnützige Projekte fließen sollen. Dierfelds Initiative spiegelt die Bemühungen vieler kleiner Gemeinden in der Region wider, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
Rheinland-Pfalz zählt rund 2.300 Gemeinden, von denen etwa 140 weniger als 100 Einwohner haben. In der Nähe liegen etwa Hamm (16 Einwohner) und Keppeshausen (17 Einwohner) im Eifelkreis Bitburg-Prüm zu den kleinsten Dörfern. Wie Dierfeld haben auch sie in der Vergangenheit bereits mit Nachbarorten kooperiert, um die Wahlgeheimhaltung zu sichern.
Die 100-prozentige Wahlbeteiligung in Dierfeld zeigt, wie selbst die kleinsten Gemeinden demokratische Teilhabe leben können. Das Solarprojekt unterstreicht zudem das Engagement des Dorfes für Nachhaltigkeit und lokale Finanzierung. Angesichts ähnlicher Probleme in vielen ländlichen Regionen könnten solche Lösungen Vorbildcharakter für andere in der gesamten Region haben.






