27 June 2026, 14:23

Dieter Nuhrs Femizid-Witze entfachen Debatte über Comedy-Grenzen und Opferbeschuldigung

Dieter Nuhrs Misogynie-Witze

Dieter Nuhrs Femizid-Witze entfachen Debatte über Comedy-Grenzen und Opferbeschuldigung

Der Komiker Dieter Nuhr hat mit einem Auftritt, der Femizide verharmlost, für Aufsehen gesorgt. In seiner jüngsten ARD-Sendung macht er Witze über die Parkkünste von Frauen und die angeblich geringen Wahrscheinlichkeiten, dass eine Frau in Deutschland von einem Mann getötet wird. Kritiker werfen ihm vor, sein Humor sei plump und schiebe Schuld auf die Opfer.

In der Show behauptet Nuhr, es gebe kein systemisches Problem bei der Tötung von Frauen. Stattdessen rät er Frauen, ihre Partner vor dem Sex besser kennenzulernen, um Mord zu vermeiden – eine Aussage, die die Verantwortung bei den Betroffenen statt bei den Tätern sucht und damit eine Opferbeschuldigung verstärkt.

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Nuhrs Comedy setzt Frauen häufig als Pointe ein, und dieser Witz über Femizide folgt diesem Muster. Kritiker monieren, der Humor sei flach, ohne Esprit oder Tiefe. Zudem betonen sie, dass Femizide meist das Ergebnis langjähriger Gewalt, Kontrolle und Frauenfeindlichkeit sind – oft durch aktuelle oder ehemalige Partner.

Öffentlich-rechtliche Sender wie der rbb bieten Nuhrs Art von Satire weiterhin eine Bühne und rechtfertigen dies mit künstlerischer Freiheit. Dies hat eine Debatte über die Grenzen von Comedy und die Verantwortung öffentlicher Medien ausgelöst.

Die Kritik zeigt die Sorge, schädliche Klischees in der Unterhaltungsbranche zu normalisieren. Femizide bleiben ein ernstes Problem, bei dem die Täter den Opfern meist bekannt sind. Nuhrs Auftritt hat die Diskussion über Verantwortung in der Comedy und die Rolle öffentlich-rechtlicher Sender bei der Prägung kultureller Narrative neu entfacht.

Quelle