20 April 2026, 12:31

"Druckfrisch"-Skandal: Warum Denis Schecks scharfe Kritik an Autorinnen die ARD erschüttert

Ein Bild aus einem Buch mit einer Zeichnung eines verzweifelten Mannes mit Hut und Frau in einem Kleid inmitten einer hitzigen Diskussion, umgeben von zusätzlichen Bildern und Text.

"Druckfrisch"-Skandal: Warum Denis Schecks scharfe Kritik an Autorinnen die ARD erschüttert

Das Literaturmagazin Druckfrisch des ARD gerät wegen Sexismusvorwürfen in die Kritik. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht Moderator Denis Scheck, dessen scharfe Rezensionen zweier Autorinnen eine Welle der Empörung ausgelöst haben. Sowohl der Sender als auch Gäste der Sendung haben sich mittlerweile in die Debatte eingeschaltet.

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Auslöser des Streits war Schecks vernichtendes Urteil über Sophie Passmanns Buch, das er als "pegelstandsgetreue Berichte aus den Untiefen eines trüben Bewusstseins" abtat. Passmann konterte in einer öffentlichen Stellungnahme, die Kritik sei "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Eine weitere Betroffene, die Bestsellerautorin Ildikó von Kürthy, sah ihr Werk auf "kaum mehr als Geplauder aus dem Damenzimmer einer Hochzeit" reduziert – eine Äußerung, die sie später in einem Essay für die Zeit aufgriff.

Schecks Markenzeichen ist es, missliebige Bücher mit theatralischem Gestus durch eine Rutsche in den Müll zu befördern. Dieser inszenierte Stil spaltet die Zuschauer schon lange, doch die jüngsten Kommentare lösten besonders heftige Reaktionen aus. Die Literaturkritikerin Elke Heidenreich verurteilte sowohl Schecks Tonfall als auch die Rolle des ARD, eine solche Kritikplattform zu bieten.

Der Sender verteidigte Druckfrisch unterdessen mit dem Hinweis, das Geschlecht eines Autors spiele bei literarischen Bewertungen keine Rolle. Zudem betonte der ARD, Misogynie habe in der Sendung "keinen Platz". Trotz dieser Versicherungen hält die Diskussion über Fairness und Respekt in der Buchkritik an.

Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen provokanter Kritik und geschlechtssensibler Berichterstattung in den Medien auf. Während der ARD an seinen Maßstäben festhält, haben die betroffenen Autorinnen ihren Protest öffentlich gemacht. Die Affäre wirft die Frage auf, wie Literaturformate scharfe Kritik mit einem respektvollen Diskurs in Einklang bringen können.

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