27 March 2026, 10:32

Durchbruch im ÖPNV: Kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich in NRW

Plakat mit einem Zug auf einem Gleis mit mehreren Menschen in der Nähe und dem Text "The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation."

Durchbruch im ÖPNV: Kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich in NRW

Beschäftigte im ÖPNV in Nordrhein-Westfalen sichern neues Tarifabkommen mit kürzeren Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich

Die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen haben ein neues Tarifabkommen durchgesetzt, das die wöchentliche Arbeitszeit verkürzt, ohne die Bezahlung zu kürzen. Die als TV-N 2026 bekannte Vereinbarung stärkt zudem den Kündigungsschutz für kurzfristig Beschäftigte und erhöht die Sonntagszuschläge. Ungeklärt bleibt jedoch, wie die steigenden Kosten gedeckt werden sollen – mögliche Lösungen reichen von staatlichen Zuschüssen bis zu höheren Ticketpreisen für Fahrgäste.

Laut dem neuen Abkommen wird die Wochenarbeitszeit für Bus- und Bahnfahrer schrittweise reduziert. Bis Juli 2027 sinkt sie von 39 auf 38,5 Stunden, bis Juli 2028 dann auf 38 Stunden – und das bei vollem Lohnausgleich. Verlängerte Ruhezeiten und höhere Sonntagszuschläge sollen die Arbeitsbedingungen zusätzlich verbessern.

Die Änderungen folgen auf die Streiks im März 2026, bei denen die Gewerkschaft Verdi kürzere Arbeitszeiten und bessere Zuschläge durchsetzte. Während das Abkommen für die Beschäftigten einen Fortschritt bedeutet, geraten die Verkehrsbetriebe unter finanziellen Druck. Weniger Arbeitsstunden bei gleichem Output könnten zusätzliche Einstellungen erfordern, was die Personalkosten in die Höhe treibt.

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Wie die Finanzierung genau aussehen soll, ist noch offen. Denkbar sind Zuschüsse von öffentlichen Trägern, Bund und Ländern oder eine Anhebung der Ticketpreise. Eine sofortige Preiserhöhung gilt zwar als unwahrscheinlich, langfristig könnten Anpassungen jedoch notwendig werden – besonders in Solingen. Die anhaltende Unsicherheit bei der Finanzierung des Deutschlandtickets verschärft die Situation zusätzlich.

Das Abkommen bringt für die Beschäftigten im ÖPNV greifbare Vorteile: kürzere Arbeitszeiten und bessere Bezahlung. Die Verkehrsbetriebe stehen jedoch vor höheren Kosten, ohne dass bisher feststeht, wie diese gedeckt werden sollen. Fahrgäste müssen mittelfristig mit möglichen Preisanpassungen rechnen, kurzfristig sind jedoch keine Erhöhungen zu erwarten.

Quelle