27 March 2026, 12:41

Nach tödlichem Angriff: Streit um Sicherheit für Zugbegleiter eskaliert

Altes Buch mit dem Titel "Reglamento de Conductor" und einer Zeichnung eines Zuges auf dem Titelblatt und einem Stempel auf der rechten Seite.

Nach tödlichem Angriff: Streit um Sicherheit für Zugbegleiter eskaliert

Ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar 2026 hat die Forderungen nach strengeren Sicherheitsmaßnahmen im deutschen Schienenverkehr neu entfacht. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) setzt sich nun dafür ein, dass Zugbegleiter künftig nur noch im Zweierteam arbeiten – mit der Begründung, dass Einzelpersonen unzumutbaren Risiken ausgesetzt seien. Währenddessen haben Verkehrsminister und die Deutsche Bahn zwar neue Sicherheitsvorkehrungen eingeführt, doch über den besten Schutz für die Beschäftigten herrscht weiterhin Uneinigkeit.

Der Vorfall, der die Debatte auslöste, ereignete sich in Rheinland-Pfalz, wo der Zugbegleiter Serkan C. von einem Schwarzfahrer getötet wurde. Offizielle Statistiken zeigen, dass es jährlich über 3.000 Angriffe auf Bahnmitarbeiter gibt – allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 wurden durchschnittlich fünf körperliche Übergriffe pro Tag registriert. Die EVG unter ihrem Vorsitzenden Martin Burkert warnt, dass die Gewalt gegen Beschäftigte im Frontbereich weiter zunehme, und fordert verbindliche Zweier-Teams in allen Zügen.

Die Verkehrsminister lehnen jedoch eine pauschale Regelung ab. Stattdessen befürworten sie flexible Personaleinsätze, die sich am regionalen Bedarf und der Nachfrage orientieren. Die Verkehrsministerkonferenz unterstützt die jüngsten Sicherheitsaufrüstungen der Deutschen Bahn, zu denen unter anderem Körperkameras für Servicekräfte und der Verzicht auf Ausweiskontrollen bei Fahrkartenprüfern zählen. Zudem sprachen sie sich für ein bundesweites Waffen- und Messerverbot im Personenverkehr aus.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder prüft derzeit diese Maßnahmen und erwartet bis Ende April eine umfassende Bewertung. Zudem hat er Gespräche mit Behörden aufgenommen, um die Überwachung an Bahnhöfen zu verbessern. Gleichzeitig betont Schnieder, dass weitere Finanzierungsanträge im Rahmen der bestehenden Haushaltsvorgaben der Bundesregierung bleiben müssten.

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EVG-Chef Burkert kritisiert die Haltung der Minister scharf: Ohne verbindliche Zweier-Teams blieben die Beschäftigten schutzlos. Zwar begrüßt die Gewerkschaft die Schritte der Deutschen Bahn, doch die Kernforderung nach einer garantierten Absicherung während der Schichten sei damit nicht erfüllt.

Die Kontroverse offenbart den Konflikt zwischen den gewerkschaftlichen Forderungen nach einheitlichen Schutzstandards und der Präferenz der Minister für zielgerichtete Lösungen. Die neuen Sicherheitsinstrumente der Deutschen Bahn sind zwar eingeführt, doch die Diskussion über die Teamgrößen geht weiter. Schnieders anstehende Prüfung wird zeigen, ob weitere Maßnahmen nötig sind – oder ob die aktuellen Schritte ausreichen, um die Gewalt im Schienenverkehr einzudämmen.

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